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Gilt für meinen alten Riester-Vertrag das neue Fördersystem?

Porträtfoto von Tilman Freyenhagen, Geschäftsführer und Gesellschafter der Alsterspree Verlag GmbH

Veröffentlicht am · Aktualisiert am · Geschäftsführer & Gesellschafter der Alsterspree Verlag GmbH

Dieser Artikel wurde von einem Autor mit Unterstützung von KI verfasst.

Ein Ordner mit Riester-Vertragsunterlagen liegt neben einem modernen Tablet mit der Anzeige eines digitalen Altersvorsorgedepots auf einem Schreibtisch.

Riester oder AVD – was passt zu dir?

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Grundprinzip Bestandsschutz: Warum Ihr alter Riester-Vertrag nicht automatisch wechselt

Für alle vor dem 1. Januar 2027 geschlossenen Riester-Verträge gilt ein gesetzlicher Bestandsschutz: Sie laufen bis zum Beginn der Auszahlungsphase mit der bisherigen Förderung weiter (§ 52 Abs. 50a Satz 1 EStG). Zum Stichtag wechselt Ihr Vertrag also nicht von selbst. Der Bestandsschutz endet aber für alle Ihre Verträge zugleich, wenn Sie gegenüber Ihrem Anbieter eine Wechselerklärung abgeben oder wenn Sie nach dem 31. Dezember 2026 einen neuen zertifizierten Altersvorsorgevertrag abschließen, etwa ein Altersvorsorgedepot (§ 52 Abs. 50a Satz 4 und 6 EStG).

Rechtliche Grundlagen und Wahlmöglichkeiten für Bestandssparer

Der Gesetzgeber hat im Reformgesetz klare Vorgaben geschaffen, um den Vertrauensschutz von Millionen Sparern zu sichern. Wer seinen Vertrag vor dem Stichtag abgeschlossen hat, behält die vereinbarten Konditionen und Garantiebestimmungen, und für die Förderung gelten die bisherigen Regeln weiter. Häufig besteht Unklarheit darüber, ob eine Neueröffnung Altverträge mitzieht. Für die Förderung lautet die Antwort ja: Mit dem Abschluss eines neuen geförderten Vertrags nach 2026 gilt das neue Förderrecht einheitlich für alle Ihre Altersvorsorgeverträge. Der Altvertrag selbst wird dabei weder gekündigt noch übertragen.

  • Fortführung mit bisheriger Förderung: Der Altvertrag läuft mit den bisherigen Zulagen und Mindesteigenbeitragsregeln weiter, solange Sie weder eine Wechselerklärung abgeben noch nach 2026 einen neuen geförderten Vertrag abschließen.
  • Optionale Systemumstellung: Sie können per Erklärung in die neue Fördersystematik wechseln, während das Vertragsprodukt selbst unverändert bleibt. Die Erklärung gilt einheitlich für alle Ihre Bestandsverträge und ist unwiderruflich.
  • Geförderter Anbieterwechsel: Das Übertragen des Kapitals auf ein neues Altersvorsorgedepot ist möglich, stellt jedoch einen eigenständigen Schritt dar, bei dem Wechselgebühren anfallen können.

Sparer können somit in Ruhe prüfen, welcher Weg zu ihrer persönlichen Lebensplanung passt. Eine Kombination aus Altvertrag mit alter Förderung und neuem Depot mit neuer Förderung ist allerdings nicht möglich, denn das neue Depot bringt alle Ihre Verträge ins neue Förderrecht. Wenn Sie Ihren Altvertrag ruhen lassen, bleiben die bereits erworbenen staatlichen Zulagen in vollem Umfang erhalten und gehen nicht verloren.

Die rechtliche Systemzuordnung: Wie Altverträge und neue Produkte nebeneinanderstehen

Das Förderrecht wird nicht pro Vertrag gewählt, sondern für jede Person einheitlich angewendet. Für Verträge, die vor dem 1. Januar 2027 abgeschlossen wurden (Bestandsverträge), gelten die bisherigen Förderregeln weiter; der Anbieter bestätigt der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) bei der Datenübermittlung, dass es sich um einen Bestandsvertrag handelt (§ 52 Abs. 50a Satz 3 EStG). Schließen Sie jedoch nach dem 31. Dezember 2026 einen weiteren zertifizierten Altersvorsorgevertrag ab, etwa das ab 2027 erhältliche Altersvorsorgedepot, ist auf alle Ihre Altersvorsorgeverträge einheitlich das neue Recht anzuwenden (§ 52 Abs. 50a Satz 6 EStG).[6] Ihr Riester-Vertrag wird dadurch weder gekündigt noch mit dem Depot verschmolzen. Er gilt aber nicht mehr als Bestandsvertrag und wird nach den neuen Regeln gefördert.

Dokumentation auf Vertragsebene und die Rolle der ZfA

Damit die Förderung richtig berechnet wird, kennzeichnet der Anbieter Bestandsverträge gegenüber der ZfA. Wird für eine Person das neue Recht angewendet, etwa weil sie einen neuen Vertrag abgeschlossen hat, teilt die ZfA dies den Anbietern weiterer Bestandsverträge mit (§ 52 Abs. 50a Satz 10 EStG). Der Anbieter eines neuen Vertrags muss Sie vor Vertragsabschluss auf diese Rechtsfolge hinweisen (§ 7d AltZertG). Ein Nebeneinander beider Förderwelten bei derselben Person sieht das Gesetz nicht vor: Entweder werden alle Ihre Verträge nach den bisherigen Regeln gefördert oder alle nach den neuen.

  • Bestandsverträge ohne Wechsel: Unterliegen der bisherigen einkommensabhängigen Regel für den Mindesteigenbeitrag sowie den bisherigen Zulagensätzen.
  • Neuverträge ab 2027: Erhalten die neuen Förderquoten ohne Beitragsgarantiezwang und werden anhand der vereinfachten Bemessungsgrundlage geführt. Mit ihrem Abschluss gilt das neue Recht auch für Ihre Altverträge.
  • Kein Parallelbetrieb: Wer zusätzlich ein gefördertes Altersvorsorgedepot bespart, erhält auch für Beiträge in den Altvertrag nur noch die Förderung nach neuem Recht.

Diese einheitliche Regel verhindert, dass für dieselbe Person zwei Förderlogiken parallel laufen. Für Sie bedeutet das: Wer die bisherige Förderung behalten möchte, schließt nach 2026 keinen neuen geförderten Vertrag ab. Wer die Renditechancen der neuen Produktwelt nutzen möchte, akzeptiert, dass auch der Altvertrag künftig nach neuem Recht gefördert wird; weiterbesparen oder ruhen lassen können Sie ihn trotzdem. Wir empfehlen Ihnen, vor einer Entscheidung beide Förderstrukturen sorgfältig nebeneinander abzuwägen.

Das Szenario Doppelvertrag: Welches Fördersystem gilt, wenn Sie ein neues Depot eröffnen?

Wenn Sie ab 2027 ein neues gefördertes Altersvorsorgedepot eröffnen und Ihren bestehenden Riester-Vertrag fortführen, gilt für beide Verträge dasselbe Fördersystem, nämlich das neue. Mit dem Abschluss eines zertifizierten Vertrags nach dem 31. Dezember 2026 ist das neue Recht einheitlich auf alle Ihre Altersvorsorgeverträge anzuwenden, auch ohne Wechselerklärung (§ 52 Abs. 50a Satz 6 EStG). Der Altvertrag ist damit kein Bestandsvertrag mehr, und eine Rückkehr in die alte Förderung gibt es nicht. Beide Verträge werden nach der neuen Förderlogik mit einkommensunabhängigen, prozentualen Zulagen gefördert.

Aufteilung von Eigenbeiträgen und maximalen Höchstgrenzen

Für die parallele Besparung zweier Verträge bedeutet das: Die bisherige Regel, nach der sich der Mindesteigenbeitrag für die volle Zulage nach 4 Prozent des rentenversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens richtet (maximal 2.100 Euro abzüglich Zulagen)[1], gilt dann für keinen Ihrer Verträge mehr. Stattdessen gilt für beide das neue Fördersystem mit einem vereinfachten Sockelbeitrag und einem prozentualen Matching auf die eigenen Sparbeiträge. Die gesetzlichen Höchstgrenzen für den Sonderausgabenabzug gelten für Ihre Beiträge insgesamt. Sie können Ihren Altvertrag auch ruhen lassen und Ihre Beiträge im neuen Depot bündeln.

  • Einheitliches Förderrecht: Der Abschluss eines neuen geförderten Vertrags nach dem 31. Dezember 2026 stellt auch Ihren bestehenden Riester-Vertrag auf das neue Fördersystem um.
  • Wechselerklärung: Auch ohne neuen Vertrag können Sie per Erklärung in das neue Fördersystem wechseln; sie wirkt ab dem Beitragsjahr, in dem sie dem Anbieter vorliegt, und gilt für alle Bestandsverträge.
  • Effizienz der Beitragsaufteilung: Die Aufteilung von Eigenbeiträgen auf zwei Verträge erfordert eine genaue Abstimmung, um Förderlücken zu vermeiden.

Die Entscheidung zwischen paralleler Besparung, Ruhendstellung des Altvertrags oder vollständiger Übertragung hängt von Ihren individuellen Vertragskonditionen und verbleibenden Garantien ab. Wir empfehlen eine genaue finanzmathematische Prüfung der Gesamtwirkung. (Keine Anlageberatung i.S.d. § 1 Abs. 1a Nr. 1a KWG.)

Freiwilliger Systemwechsel: Wie Sie Ihren Altvertrag in die neue Fördersystematik übertragen

Wenn Sie Ihren bestehenden Riester-Vertrag weiterführen möchten, aber von den neuen staatlichen Förderregeln ab 2027 profitieren wollen, müssen Sie den Vertrag nicht zwangsläufig auflösen oder das Ersparte umschichten. Der Gesetzgeber sieht die Möglichkeit vor, einen bestehenden Altvertrag unter Beibehaltung seiner bisherigen Konditionen ausschließlich in die neue Fördersystematik zu überführen. Das bedeutet: Die Produktstruktur und vertraglichen Konditionen bleiben bestehen, während für künftige Beiträge die neuen staatlichen Zuschüsse und Regeln angewendet werden. Die Erklärung ist unwiderruflich und gilt einheitlich für alle Ihre Bestandsverträge (§ 52 Abs. 50a Satz 4 EStG). Dieselbe Wirkung hat der Abschluss eines neuen geförderten Vertrags nach dem 31. Dezember 2026.

Schritt für Schritt: So erklären Sie den Wechsel gegenüber Ihrem Anbieter

  1. Prüfung der Vertragsdaten: Wir empfehlen, vorab die bestehenden Konditionen und Garantien Ihres Altvertrags sowie die Auswirkung der neuen Förderlogik genau zu analysieren.
  2. Erklärung abgeben: Sie teilen Ihrem Anbieter mit, dass Sie in das neue Fördersystem wechseln möchten. Die Erklärung gilt für alle Ihre Bestandsverträge und kann nicht widerrufen werden.
  3. Bestätigung und Anpassung: Der Anbieter stellt die Beitrags- und Abrechnungslogik für künftige Einzahlungen auf die neue Fördersystematik um und bestätigt Ihnen die Vertragsanpassung.
  4. Anpassung der Eigenbeiträge: Nach der Umstellung zahlen Sie Ihre Beiträge gemäß den Anforderungen des neuen Fördersystems ein, um die volle staatliche Förderung zu sichern.

Ein zentraler Vorteil dieser Option liegt in der Bestandswahrung: Die ursprünglich vereinbarte Beitragsgarantie Ihres Altvertrags bleibt bei einem reinen Wechsel der Fördersystematik vollständig unberührt. Auch bereits erhaltene Riester-Zulagen und das angesparte Guthaben verbleiben unverändert im Vertrag. Dieser Weg eignet sich besonders für Sparer, die das gewohnte Sicherheitsniveau ihres Altvertrags schätzen, aber die veränderten Förderquoten oder vereinfachten Eigenbeitragsregeln nutzen möchten.

Kapitalübertrag ins Altersvorsorgedepot: Vollständiger Wechsel mit Guthaben

Wer das in einem bestehenden Riester-Vertrag angesparte Kapital nicht im Altvertrag belassen möchte, kann nach Einführung der Reform eine vollständige Kapitalübertragung in das neue Altersvorsorgedepot veranlassen. Eine solche Übertragung erfolgt steuerlich unschädlich, sodass sämtliche in der Vergangenheit gewährten Zulagen und Steuervorteile in voller Höhe erhalten bleiben. Das bisherige Altersvorsorgevermögen geht direkt in den gewählten Zielvertrag über und bildet dort den Grundstock für die künftige ertragsorientierte Kapitalanlage. Zu beachten ist hierbei eine zentrale Sonderregel: Bereits in früheren Jahren gefördertes Kapital kann im Jahr der Übertragung nicht nochmals gefördert werden.

Gesetzliche Regelungen zu Wechselgebühren und Fristen

Damit der Wechsel für Sparer fair und kalkulierbar bleibt, gelten streng geregelte rechtliche Rahmenbedingungen. Die beim Wechsel anfallenden Wechselkosten sind durch den Gesetzgeber gebührenseitig gedeckelt, sodass keine überhöhten Stornogebühren das angesparte Vermögen schmälern. Zudem legen die Regularien klare Fristen für die Abwicklung fest. Sie sollten jedoch bedenken, dass der bürokratische Übertragungsprozess zwischen dem bisherigen Institut und dem neuen Depotanbieter eine gewisse Bearbeitungszeit erfordert.

  • Steuerfreie Übertragung: Der Wechsel erfolgt ohne förderschädliche Abzüge, womit der Erhalt der Zulagen rechtssicher garantiert ist.
  • Ausschluss der Doppelförderung: Übertragenes Eigenkapital und Altzulagen zählen im Wechseljahr nicht als neue förderfähige Eigenbeiträge.
  • Kostenobergrenze: Gesetzliche Gebührendeckel schützen das Vermögen vor unverhältnismäßigen Wechselspesen der Altanbieter.
  • Formale Abwicklung: Der Antrag muss ordnungsgemäß über den Neuanbieter gestellt werden, um Fristen und Rechtsfolgen einzuhalten.

Ein eigenmächtiges Kündigen des Altvertrags stellt ein erhebliches Risiko dar. Wird ein Riester-Vertrag manuell gekündigt, anstatt ihn im Wege des gesetzlich geregelten Kapitalübertrags zu übertragen, greift die schädliche Verwendung: Das Finanzamt fordert in diesem Fall alle bisher genossenen Zulagen und Steuerermäßigungen zurück. Ein nahtloser Wechsel über den zertifizierten Übertragungsweg schützt Sie verlässlich vor diesem Verlust.

Auswirkungen auf Mindesteigenbeitrag und Zulagen: Die mathematische Gegenüberstellung

Die Reform der privaten Altersvorsorge ersetzt die bisherige komplexe Berechnungslogik der Riester-Rente durch ein transparentes Zuschussmodell. Während im alten Riester-System der individuelle Mindesteigenbeitrag strikt an das vorjährige Bruttoeinkommen gekoppelt war, gilt im neuen Fördersystem ein pauschaler Mindestbeitrag. Dies vereinfacht die Beitragsplanung für Sparer erheblich, da Einkommensschwankungen keine automatische Beitragsanpassung mehr erfordern.

FörderkriteriumAltes Riester-SystemNeues Fördersystem
Berechnung MindestbeitragAbhängig vom Vorjahresbrutto (abzüglich Zulagen)Pauschaler Mindestbetrag
Grundzulagen-MechanismusFeste Zulage bei vollem EigenbeitragProzentualer Match auf Eigenbeitrag
Höchsteigenbeitrag / DeckelungFester Höchstbetrag inkl. ZulagenFörderung bis zu einem maximalen Eigenbeitrag
EinkommensprüfungJährliche Prüfung des BruttoeinkommensEntfällt für die Mindestbeitragshöhe

Im klassischen Riester-System ist der reguläre Mindesteigenbeitrag für die volle Grundzulage direkt an das Einkommen gekoppelt, was bei Gehaltsveränderungen zu Anpassungsbedarf führt. Im neuen System führt bereits ein flexibler, niedriger Eigenbeitrag zu einer direkten prozentualen Förderung. Die staatliche Förderung wächst im neuen Modell also direkt mit jedem eingezahlten Euro mit, ohne an eine starre Einkommensgrenze gekoppelt zu sein.

Für bestehende Riester-Verträge bleibt das alte Fördersystem erhalten, solange Sie weder den Wechsel erklären noch einen neuen geförderten Vertrag abschließen. Wer ab 2027 ein neues gefördertes Depot eröffnet, nutzt automatisch die neue Prozentlogik, und zwar für das Depot und für den bestehenden Riester-Vertrag. Wir empfehlen eine genaue Gegenüberstellung der individuellen Förderquote vor einer Übertragungsentscheidung. Hinweis: Die genannten Beispielrechnungen dienen der reinen Illustration und stellen keine Anlageberatung i.S.d. § 1 Abs. 1a Nr. 1a KWG dar.

Beitragsfreistellung als Alternative: Den alten Riester ruhen lassen und neu starten

Wenn Sie ab 2027 von den Chancen des neuen Fördersystems profitieren möchten, müssen Sie Ihren bestehenden Riester-Vertrag nicht zwingend auflösen oder übertragen. Nach den gesetzlichen Regelungen des Bundesministeriums der Finanzen besitzen Sie ein Recht auf Beitragsfreistellung. Bei dieser Option bleibt Ihr bisher aufgebautes Guthaben im Altvertrag liegen und verzinst sich nach den dortigen Bedingungen weiter. Sämtliche in der Vergangenheit gewährten staatlichen Zulagen und Steuervorteile bleiben dabei vollständig erhalten, da keine förderschädliche Auflösung vorliegt.

Mechanik und Wechselwirkungen bei der Beitragsfreistellung

Durch die Beitragsfreistellung entkoppeln Sie Ihre bisherige Altersvorsorge von künftigen Einzahlungen. Ihre neuen Sparraten leiten Sie ab 2027 in ein neu eröffnetes Altersvorsorgedepot um, für das dann die neue Förderlogik gilt. Zu beachten ist: Mit dem Abschluss des neuen Depots gilt das neue Förderrecht auch für den ruhenden Riester-Vertrag, er bleibt also nicht im ursprünglichen Regelsystem. Bereits gewährte Zulagen bleiben davon unberührt. Die staatliche Förderung wird nicht doppelt gewährt, sondern bemisst sich nach den Eigenbeiträgen, die Sie tatsächlich einzahlen.

  • Garantieschutz wahren: Die im Altvertrag zugesagte Beitragsgarantie bleibt für das bestehende Kapital in voller Höhe bestehen.
  • Renditechancen nutzen: Neue Beiträge investieren Sie flexibel und ohne Beitragsgarantie-Anforderungen im neuen Depot.
  • Kostenstruktur prüfen: Laufende Fixkosten des ruhenden Altvertrags können das bestehende Guthaben über die Jahre vermindern.
  • Verwaltungsaufwand bedenken: Sie führen künftig zwei Verträge bei unterschiedlichen Anbieterstrukturen parallel.

Diese Strategie bietet eine ausgewogene Lösung für Sparer, die angespartes Kapital absichern und gleichzeitig für Neubeiträge moderne Kapitalmarktchancen nutzen wollen. Wir empfehlen, vor dieser Entscheidung die effektive Kostenbelastung Ihres ruhenden Riester-Vertrags genau zu prüfen. Hinweis: Sämtliche Darstellungen dienen der Orientierung und stellen keine Anlageberatung i.S.d. § 1 Abs. 1a Nr. 1a KWG dar.

Entscheidungsmatrix für Riester-Sparer: Welcher Weg passt zu Ihrer Lebensplanung?

Die Entscheidung zwischen dem Verbleib im bisherigen Riester-System, einer Beitragsfreistellung oder dem Wechsel in das neue Altersvorsorgedepot hängt maßgeblich von Ihren persönlichen Lebensumständen und finanziellen Zielen ab. Für Inhaber bestehender Verträge gilt ein gesetzlicher Bestandsschutz, sodass Verträge wie gewohnt weitergeführt werden können, solange kein neuer geförderter Vertrag hinzukommt und kein Wechsel erklärt wird. Jede Anpassung erfordert jedoch eine systematische Abwägung von Restlaufzeit, Renditeerwartungen, Beitragsgarantien und den effektiven Verwaltungskosten Ihres Altvertrages. Über die optimale Strategie entscheiden Sie anhand Ihrer persönlichen Präferenzen bezüglich Sicherheit, Flexibilität und Kapitalmarktorientierung.

Lebenssituation & PrioritätEmpfohlener WegStrategische Begründung
Hoher Garantiewunsch & kurze Restlaufzeit (unter 10 Jahre)Altvertrag unverändert weiterführenVoller Erhalt der Beitragsgarantie sowie Schutz vor Wechselgebühren bei absehbarer Rentenphase.
Hohe Renditeorientierung & lange Restlaufzeit (über 15 Jahre)Übertrag in das AltersvorsorgedepotNutzung breiter ETF-Anlagemöglichkeiten ohne Garantiekosten zur Maximierung der Renditechancen.
Hohe Altvertragskosten & Unklarheit über NeuvertragVertrag beitragsfrei stellen (ruhen lassen)Sicherung aller bisher erworbenen Zulagen ohne weitere Kosteneinzahlung bei voller Flexibilität.

Für die konkrete Umsetzungsplanung im Hinblick auf den Reformstart 2027 empfiehlt sich ein meilensteinbasierter Leitfaden. Analysieren Sie in einem ersten Schritt Ihre aktuellen Vertragsunterlagen bezüglich der jährlichen Standmitteilung, der Effektivkostenquote und der garantierten Mindestleistung. Falls Sie einen Wechsel zum Altersvorsorgedepot oder den Abschluss eines ergänzenden Neuvertrags erwägen, sollten Sie die Kostenstrukturen und eventuelle Übertragungsgebühren genau gegenüberstellen und berücksichtigen, dass ein ergänzender Neuvertrag auch Ihren Altvertrag ins neue Förderrecht bringt. Insbesondere der Einfluss des Alters bestimmt maßgeblich, ob die verbleibende Ansparphase ausreicht, um eventuelle Wechselkosten durch höhere Marktrenditen zu kompensieren.

Abschließend gilt es abzuwägen, über welchen Kanal Sie Ihre Entscheidung umsetzen möchten. Selbstentscheider, die ihre Anlageentscheidungen eigenständig treffen, können das Altersvorsorgedepot künftig direkt über digitale Plattformen verwalten. Wenn Sie jedoch Unsicherheiten bezüglich der Förderanrechnung, der familiären Zulagenverteilung oder der Frage haben, ob Sie Ihren Riester-Vertrag ruhen lassen sollten, bietet eine unabhängige Fachberatung vertrauenswürdige Orientierung. Eine vorschnelle Kündigung führt zu schädlichen Rückforderungen staatlicher Zulagen und sollte zwingend vermieden werden.

Häufig gestellte Fragen

Gilt das neue Fördersystem automatisch für meinen bestehenden Riester-Vertrag?
Nicht von selbst zum Jahreswechsel: Für alle bis zum 31. Dezember 2026 geschlossenen Riester-Verträge gilt Bestandsschutz bis zum Beginn der Auszahlungsphase. Das neue Fördersystem gilt aber für alle Ihre Verträge, sobald Sie gegenüber Ihrem Anbieter den Wechsel erklären oder nach dem 31. Dezember 2026 einen neuen geförderten Vertrag abschließen, etwa ein Altersvorsorgedepot.
Was passiert mit meinem alten Riester-Vertrag, wenn ich 2027 ein Altersvorsorgedepot eröffne?
Der Vertrag selbst bleibt bestehen, wird aber nach dem neuen Förderrecht gefördert: Mit dem Abschluss eines zertifizierten Vertrags nach dem 31. Dezember 2026 gilt das neue Recht einheitlich für alle Ihre Altersvorsorgeverträge (§ 52 Abs. 50a Satz 6 EStG). Sie können den Altvertrag weiterbesparen, ihn beitragsfrei stellen oder das Kapital im Rahmen der Wechselregeln auf das neue Depot übertragen.
Kann ich die Fördersystematik wechseln, ohne meinen alten Riester-Vertrag zu kündigen?
Ja, durch eine Erklärung gegenüber Ihrem Anbieter. Sie ist unwiderruflich, gilt einheitlich für alle Ihre Bestandsverträge und wirkt ab dem Beitragsjahr, in dem sie dem Anbieter vorliegt. Die sonstigen Vertragskonditionen wie die vereinbarte Beitragsgarantie bleiben unverändert.
Welche Kosten entstehen bei der Übertragung meines Riester-Guthabens in ein Altersvorsorgedepot?
Die Wechselkosten für die Übertragung von gefördertem Altersvorsorgevermögen sind gesetzlich gedeckelt. Nach einer Laufzeit von mindestens fünf Jahren darf der abgebende Anbieter keine Wechselgebühr verlangen, während der neue Anbieter maximal 150 Euro als Verwaltungspauschale berechnen darf.
Verliere ich meine Beitragsgarantie, wenn ich mit dem Riester-Vertrag in das neue Fördersystem wechsle?
Nein, bei einem reinen Wechsel der Fördersystematik unter Beibehaltung des bisherigen Riester-Vertrages bleibt Ihre vereinbarte 100 Prozent Beitragsgarantie bestehen. Erst wenn Sie das Kapital vollständig in ein neues Altersvorsorgedepot ohne Garantie übertragen, entfällt der Garantiemantel zugunsten höherer Renditechancen.
Wie verändert sich das Mindestalter für die Auszahlungsphase im neuen Fördersystem?
Für Verträge in der neuen Fördersystematik gilt für den Beginn der Auszahlungsphase ein Mindestalter von 65 Jahren. Bei Riester-Altverträgen im bisherigen System bleibt die vereinbarte Altersgrenze von 60 beziehungsweise 62 Jahren weiterhin bestehen.

Quellen

  1. [1]finanztip.de
  2. [2]bundesfinanzministerium.de
  3. [3]riester.deutsche-rentenversicherung.de
  4. [4]riester.deutsche-rentenversicherung.de
  5. [5]finanztip.de
  6. [6]dserver.bundestag.de
  7. []Ab welchem Alter lohnt sich der Wechsel von Riester zum Altersvorsorgedepot?
  8. []Gehen Riester-Zulagen beim Wechsel zum Altersvorsorgedepot verloren?
  9. []Riester-Rente behalten oder zum Altersvorsorgedepot wechseln
  10. []Riester-Vertrag ruhen lassen oder zum Altersvorsorgedepot wechseln?
  11. []Soll ich von Riester zum Altersvorsorgedepot wechseln?
  12. []Was kostet der Wechsel von Riester zum Altersvorsorgedepot
  13. []Was passiert mit meinem Riester-Vertrag beim Altersvorsorgedepot?
  14. []Wie hoch ist der Mindestbeitrag beim Altersvorsorgedepot?

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