Ab welchem Alter lohnt sich der Riester-Wechsel?

Riester oder AVD – was passt zu dir?
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1. Die Riester-Reform 2027: Warum sich die Frage nach dem Wechsel stellt
Ein Wechsel von einem bestehenden Riester-Vertrag zum neuen Altersvorsorgedepot (AVD) lohnt sich in der Regel besonders für Sparer mit einer Restlaufzeit von mindestens 10 bis 15 Jahren bis zum Ruhestand. Je länger Ihr Anlagehorizont ist, desto verlässlicher kompensiert die höhere erwartete Aktienrendite die anfallenden Wechselkosten und den Verzicht auf Beitragsgarantien. Eine starre Altersgrenze gibt es jedoch nicht, da der finanzielle Vorteil stets individuell berechnet werden muss[1]. Ab dem 1. Januar 2027 reformiert der Gesetzgeber die staatlich geförderte private Altersvorsorge grundlegend. Anstelle der bisherigen, oft renditeschwachen Riester-Versicherungen tritt das Altersvorsorgedepot, das eine flexible und renditestarke Kapitalanlage in ETFs und Aktien ohne starre Bruttobeitragsgarantien ermöglicht[2].
Für rund 10 Millionen aktive Riester-Halter stellt sich ab 2027 die wegweisende Frage: den Altvertrag beibehalten oder das Guthaben in ein neues Depot übertragen? Der fundamentale Unterschied liegt in der Anlageform. Riester-Verträge sind gesetzlich dazu verpflichtet, eine Beitragsgarantie zu bieten, weshalb die Anbieter den Großteil der Beiträge in risikoarme, aber renditeschwache Zinsanlagen investieren müssen. Beim Altersvorsorgedepot entfällt diese strikte Garantiepflicht. Ihr Kapital kann somit langfristig breit gestreut am globalen Aktienmarkt arbeiten, was historisch zu einer deutlich höheren Rendite führt. BMF-belegte Berechnungen zeigen, dass der Verzicht auf die Beitragsgarantie langfristig die Renditechancen erheblich steigert[1].
| Restlaufzeit | Ungefähres Alter | Wechsel-Tendenz | Hauptargument |
|---|---|---|---|
| > 20 Jahre | Unter 47 Jahre | Sehr empfehlenswert | Hohe Aktienrenditen gleichen Wechselkosten und den Verzicht auf Garantien schnell aus. |
| 10 bis 20 Jahre | 47 bis 57 Jahre | Einzelfallprüfung | Der Renditevorteil hängt stark von den Konditionen Ihres Riester-Altvertrags ab. |
| < 10 Jahre | Über 57 Jahre | Eher zurückhaltend | Kurze Restlaufzeiten begrenzen das Aufholpotenzial; Garantieerhalt oft sinnvoller. |
Um die konkrete Entscheidung für Ihre persönliche Situation abzusichern, sollten Sie die Restlaufzeit und die Kostenstruktur genau analysieren. Über unser Vorsorgewissen Informationsportal bieten wir Ihnen eine quellenbasierte Orientierung. Mit dem Förderrechner Altersvorsorgedepot berechnen Sie die finanzielle Wirkung eines Wechsels, während Sie über das Portal Vorsorgedepot-Lotse bei Bedarf auch eine Unabhängige Beratungsvermittlung durch Experten in Anspruch nehmen können. Alle dargestellten Tendenzen dienen der Veranschaulichung; es handelt sich um keine Anlageberatung i.S.d. § 1 Abs. 1a Nr. 1a KWG.
2. Die mathematische Kernlogik: Rendite-Vorteil gegen Wechselkosten
Bei der Überlegung, Ihr angespartes Riester-Vermögen in das neue Altersvorsorgedepot zu übertragen, stehen sich zwei finanzmathematische Kräfte gegenüber. Auf der einen Seite steht die Aussicht auf eine deutlich höhere Rendite durch eine freie, aktienbasierte Anlage ohne teure Beitragsgarantien. Auf der anderen Seite stehen die konkreten Wechselkosten des Altanbieters sowie der Verzicht auf die bisherige Bruttobeitragsgarantie. Damit sich der Wechsel für Sie lohnt, muss der Zinseszins-Effekt der künftigen Mehrrendite diese Einstiegshürden vollständig ausgleichen. Der Gesetzgeber hat die Wechselkosten erfreulicherweise gedeckelt: Sie betragen in den ersten fünf Jahren maximal 150 Euro und sind danach für Sie kostenfrei[3]. Doch die eigentliche mathematische Variable, die über den Erfolg entscheidet, ist die verbleibende Restlaufzeit bis zu Ihrem Renteneintritt.
| Restlaufzeit bis zur Rente | Wechsel-Tendenz | Mathematische Begründung |
|---|---|---|
| Mehr als 15 Jahre | Sehr vorteilhaft | Die höhere Aktienrendite schlägt Wechselgebühren und den Garantieverzicht durch den Zinseszins-Effekt extrem schnell. |
| 5 bis 15 Jahre | Einzelfallprüfung ratsam | Der Break-even hängt stark von den tatsächlichen Kosten des alten Riester-Vertrags und der gewählten Depotgebühr ab. |
| Weniger als 5 Jahre | Eher unrentabel | Die verbleibende Zeit reicht meist nicht aus, um Wechselkosten und Marktschwankungen aufzufangen. Der Verbleib im Altsystem ist oft sinnvoller. |
Die Faustregel verdeutlicht, dass jüngere Sparer fast immer von einem Wechsel profitieren, während kurz vor dem Ruhestand die Risiken des Garantieverzichts überwiegen. Um die exakte Schwelle für Ihre persönliche Situation zu ermitteln, haben wir den Förderrechner Altersvorsorgedepot entwickelt. Dieses Tool führt eine präzise Jahr-für-Jahr-Hochrechnung durch und berechnet das exakte Break-even-Alter für Ihren individuellen Vertrag. Für eine umfassende Einordnung der gesetzlichen Vorgaben steht Ihnen zudem unser Vorsorgewissen Informationsportal kostenfrei zur Verfügung. Bitte beachten Sie: Sämtliche Modellrechnungen und Vergleiche dienen nur der Veranschaulichung. Keine Anlageberatung i.S.d. § 1 Abs. 1a Nr. 1a KWG.
3. Der Faktor Zeit: Warum die Restlaufzeit die wichtigste Kennzahl ist
Die verbleibende Zeit bis zum Renteneintritt ist das mathematische Fundament für die Entscheidung, ob sich ein Wechsel von der Riester-Rente zum neuen Altersvorsorgedepot lohnt. Da der Gesetzgeber den frühestmöglichen Beginn der steuerlich geförderten Auszahlungsphase auf das vollendete 65. Lebensjahr festgelegt hat[2], definiert die Differenz zwischen Ihrem aktuellen Alter und dieser Schwelle Ihre persönliche Restlaufzeit. Diese verbleibende Spanne bestimmt direkt, wie stark die erwartete Mehrrendite eines renditestarken Aktiendepots die anfallenden Wechselkosten und den Verzicht auf die Beitragsgarantie ausgleichen kann. Je jünger Sie sind, desto deutlicher schlägt das Pendel mathematisch in Richtung des neuen Depots aus.
| Alter des Sparers | Restlaufzeit bis 65 | Tendenz für den Wechsel | Hintergrund |
|---|---|---|---|
| Unter 40 Jahre | Mehr als 25 Jahre | Sehr empfehlenswert | Lange Zinseszins-Phase gleicht Wechselkosten und entgangene Garantien mühelos aus. |
| 40 bis 50 Jahre | 15 bis 25 Jahre | Abwägung empfohlen | Einzelfallprüfung von Riester-Guthaben und verbleibender Dynamik im Aktiendepot sinnvoll. |
| Über 55 Jahre | Weniger als 10 Jahre | Meist kritisch | Geringe Laufzeit schränkt Aufholpotenzial ein; Erhalt der Riester-Garantie ist oft sicherer. |
Aus finanzmathematischer Sicht reduziert eine lange Restlaufzeit das kurzfristige Schwankungsrisiko einer reinen Aktienanlage erheblich. Während ein reines ETF-Portfolio auf Sicht von wenigen Jahren deutliche Verluste aufweisen kann, nivelliert sich dieses Risiko über historische Zeiträume von fünfzehn oder mehr Jahren nahezu vollständig. Für ältere Riester-Sparer hingegen wiegt der Wegfall der Beitragsgarantie schwer, da ein Markteinbruch kurz vor der Auszahlungsphase kaum noch aufgeholt werden kann. Um diese komplexe Dynamik individuell aufzulösen, empfiehlt sich eine detaillierte Berechnung. Unser eigens dafür entwickelter Förderrechner Altersvorsorgedepot berechnet für Sie das exakte Break-even-Alter auf Basis Ihres bestehenden Riester-Vertrags und zeigt Ihnen schwarz auf weiß, ab wann der Wechsel wirtschaftlich vorteilhaft ist.
Bitte beachten Sie: Alle mathematischen Tendenzen und Modellrechnungen dienen ausschließlich der neutralen Orientierung und stellen keine Anlageberatung im Sinne des Paragraphen 1 Absatz 1a Nummer 1a KWG dar.
4. Faustregeln nach Altersgruppen: Von den Zwanzigern bis zum Ruhestand
Die Entscheidung für einen Wechsel von einer Riester-Rente zum neuen Altersvorsorgedepot (AVD) hängt primär von Ihrer verbleibenden Restlaufzeit bis zum Ruhestand ab. Als Faustregel gilt: Je länger Ihr persönlicher Anlagehorizont ist, desto verlässlicher kann die höhere Aktienrendite eines kostengünstigen ETF-Portfolios die anfallenden Übertragungsgebühren und den Verzicht auf die Beitragsgarantie ausgleichen[2]. Für jüngere Sparer spricht fast immer vieles für einen Wechsel, während Verträge ab dem 50. Lebensjahr eine hochpräzise Einzelfallprüfung benötigen.
| Altersgruppe | Restlaufzeit | Tendenz | Kernaspekt |
|---|---|---|---|
| 20 bis 39 Jahre | Über 25 Jahre | Sehr empfehlenswert | Maximale Ausnutzung des Zinseszins-Effekts in Aktien-ETFs; das Risiko kurzfristiger Marktschwankungen geht gegen null. |
| 40 bis 49 Jahre | 15 bis 25 Jahre | Meist vorteilhaft | Die Mehrrendite schlägt die Wechselkosten deutlich, solange ein solider Anlagehorizont von mindestens 15 Jahren verbleibt. |
| Ab 50 Jahre | Unter 15 Jahre | Einzelfallprüfung | Kürzere Restlaufzeiten verringern die Hebelwirkung der Aktienrendite. Der Wunsch nach Kapitalgarantie gewinnt an Gewicht. |
Für Sparer in den Zwanzigern und Dreißigern ist die Entscheidung mathematisch oft eindeutig. Die entgangene Rendite durch die restriktive Riester-Garantie überwiegt jegliche Wechselkosten bei weitem. Aber auch für die Altersgruppe zwischen 40 und 50 Jahren bleibt der Wechsel hochgradig attraktiv, da die verbleibenden Jahrzehnte ausreichen, um vorübergehende Börsentiefs auszugleichen. Bei einem Wechsel vor Ablauf von fünf Jahren nach Vertragsabschluss ist zudem ein gesetzlicher Wechselkosten-Deckel von maximal 150 Euro vorgeschrieben, nach fünf Jahren ist der Übertrag anbieterseitig kostenfrei.
Kritischer wird die Abwägung ab dem 50. Lebensjahr. Hier verkürzt sich die Restlaufzeit, weshalb die Beitragsgarantie des Riester-Vertrages für sicherheitsorientierte Sparer an subjektivem Wert gewinnt. In dieser Lebensphase kommt es auf jeden Euro an: Wie hoch ist das bereits angesparte Riester-Kapital? Welche Kosten verlangt der Altanbieter? Der Förderrechner Altersvorsorgedepot berechnet für Sie das genaue Delta zwischen Bleiben und Wechseln. Nutzen Sie auch das Vorsorgewissen Informationsportal, um die Details der Riester-Reform im Detail nachzulesen. (Wichtiger Hinweis: Sämtliche Modellrechnungen und Tendenzen dienen ausschließlich der Orientierung und stellen keine Anlageberatung i.S.d. § 1 Abs. 1a Nr. 1a KWG dar.)
5. Die harten Fakten: Wechselgebühren und staatliche Regelungen ab 2027
Der Gesetzgeber hat für den Wechsel bestehender Riester-Verträge in das neue Altersvorsorgedepot ab dem Jahr 2027 klare finanzielle Rahmenbedingungen geschaffen, um Sparer vor überhöhten Gebühren zu schützen. Ein Wechsel des Kapitals ist staatlich reguliert und wird durch gesetzliche Kostengrenzen für Verbraucher attraktiv gestaltet. Die Gebühren beim abgebenden Riester-Anbieter sind in den ersten fünf Jahren der Vertragslaufzeit gesetzlich auf maximal 150 Euro gedeckelt, danach muss der Anbieter den Wechsel sogar komplett gebührenfrei ermöglichen. Gleichzeitig darf der neu annehmende Anbieter für den Übertrag des Guthabens eine einmalige Verwaltungspauschale von höchstens 150 Euro verlangen[2]. Diese überschaubaren Kosten bedeuten, dass sich der Wechsel bereits bei einer moderaten verbleibenden Laufzeit durch die höhere Renditeerwartung am Aktienmarkt amortisiert.
| Alter des Sparers | Restlaufzeit bis zur Rente | Wechsel-Tendenz | Hintergrund |
|---|---|---|---|
| Unter 40 Jahre | Mehr als 27 Jahre | Sehr empfehlenswert | Lange Laufzeit lässt die erwartete Aktienrendite die Wechselkosten und den Garantieverzicht dominieren. |
| 40 bis 50 Jahre | 17 bis 27 Jahre | Meist vorteilhaft | Die verbleibende Zeit reicht in der Regel aus, um die Wechselgebühren vollständig auszugleichen. |
| Über 50 Jahre | Weniger als 17 Jahre | Einzelfallprüfung | Aufgrund der kürzeren Restlaufzeit sollten Sie den Wechsel über den Rechner genau kalkulieren. |
Obwohl die gesetzlichen Hürden niedrig sind, entscheidet letztlich die individuelle Restlaufzeit über die Wirtschaftlichkeit des Wechsels. Da Sie bei einem Umstieg in das Altersvorsorgedepot auf die klassischen Riester-Beitragsgarantien verzichten, gehen Sie ein höheres marktbedingtes Risiko ein, das durch einen langen Anlagehorizont ausgeglichen werden muss. Je jünger Sie sind, desto stärker wirkt der Zinseszins-Effekt der kostengünstigen ETFs im neuen Depot, sodass selbst die maximalen Wechselkosten von insgesamt 300 Euro kaum ins Gewicht fallen. Nahe an der Rente schrumpft dieser Vorteil. Um Ihre persönliche Situation exakt zu analysieren, steht Ihnen der Förderrechner Altersvorsorgedepot auf unserem Portal zur Verfügung. Dieses Tool berechnet das Netto-Ergebnis unter Berücksichtigung Ihres bestehenden Kapitals.
Für eine fundierte finanzielle Entscheidung ist es ratsam, neben den reinen Übertragungsgebühren auch die laufenden Produktkosten zu vergleichen. Das Vorsorgewissen Informationsportal bietet Ihnen detaillierte Vergleiche, wie sich die reduzierten Verwaltungsgebühren eines modernen Depots langfristig auswirken. Sollten Sie sich bei der mathematischen Abwägung unsicher sein oder eine persönliche Einschätzung wünschen, hilft Ihnen unsere Unabhängige Beratungsvermittlung dabei, einen qualifizierten und lizenzierten Experten zu kontaktieren, der Ihre Riester-Historie neutral prüft. Bitte beachten Sie: Die dargestellten Szenarien dienen der Veranschaulichung; es handelt sich um keine Anlageberatung i.S.d. § 1 Abs. 1a Nr. 1a KWG.
6. Der Bestandsschutz: Was passiert mit bisherigen Riester-Zulagen?
Eine der größten Sorgen von Riester-Sparern beim Gedanken an einen Systemwechsel betrifft das bereits angesparte Vermögen und die staatliche Förderung. Über das Vorsorgewissen Informationsportal wird deutlich, dass das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hier gesetzliche Klarheit schafft: Wer sein Riester-Kapital direkt in das neue Altersvorsorgedepot überträgt, profitiert von einem umfassenden Bestandsschutz[2]. Diese Übertragung gilt als förderunschädlich, sodass der Wechsel nicht als schädliche Verwendung eingestuft wird. Sämtliche in der Vergangenheit erhaltenen staatlichen Zulagen und steuerlichen Vergünstigungen bleiben Ihnen somit vollständig und steuerfrei erhalten[2].
- Erhalt aller staatlichen Grund- und Kinderzulagen, die Ihrem Riester-Vertrag über die Jahre gutgeschrieben wurden.
- Sicherung aller steuerlichen Vorteile aus dem Sonderausgabenabzug ohne Rückzahlungspflicht.
- Steuerfreie Übertragung des gesamten gebildeten Kapitals direkt in das neue Depotmodell.
- Keine steuerliche Belastung des Übertragungsvorgangs selbst, da keine Auszahlung an den Sparer erfolgt.
Obwohl der gesetzliche Bestandsschutz Ihre bisherigen Förderungen absichert, ist der Wechsel kein Selbstläufer. Die Entscheidung hängt primär von Ihrer verbleibenden Restlaufzeit ab. Bei einem Wechsel in ein chancenorientiertes Altersvorsorgedepot ohne Beitragsgarantie geben Sie die alte Riester-Garantie auf. Je länger Ihr Anlagehorizont bis zur Rente ist, desto eher gleicht die höhere erwartete Aktienrendite eines breit gestreuten ETF-Portfolios diese Garantie und etwaige Wechselgebühren des alten Anbieters aus. Steht der Ruhestand hingegen kurz bevor, reicht die verbleibende Zeit unter Umständen nicht aus, um Marktschwankungen abzufedern, wodurch sich das Festhalten am bestehenden Vertrag lohnen kann.
Um herauszufinden, ab welchem Alter und welcher Restlaufzeit sich der Übergang für Ihre individuelle Vertragshistorie rechnet, empfiehlt sich eine präzise mathematische Prüfung. Rund 10 Millionen aktive Riester-Sparer stehen vor dieser folgenschweren Entscheidung. Mit dem Förderrechner Altersvorsorgedepot können Sie den persönlichen Break-even-Punkt unkompliziert ermitteln. Falls Sie eine maßgeschneiderte Analyse Ihrer Riester-Zulagen bevorzugen, können Sie über das Portal Vorsorgedepot-Lotse unsere Unabhängige Beratungsvermittlung nutzen, um einen lizenzierten Experten zu kontaktieren. Bitte beachten Sie: Alle Berechnungen und Vergleiche dienen der Veranschaulichung. Keine Anlageberatung i.S.d. § 1 Abs. 1a Nr. 1a KWG.
7. Sonderfall Garantie: Wann der Verzicht auf die Riester-Sicherheit schmerzt
Die klassische Riester-Rente lockt mit einer gesetzlichen Bruttobeitragsgarantie von 100 Prozent. Was auf den ersten Blick wie maximale Sicherheit wirkt, erweist sich in der Praxis oft als Renditebremse. Um jede eingezahlte Zuzahlung und staatliche Zulage zum Rentenbeginn nominal zu garantieren, müssen Anbieter einen Großteil des Kapitals in niedrig verzinsliche, festverzinsliche Wertpapiere investieren. Besonders in ausgeprägten Niedrigzinsphasen führt dies dazu, dass kaum freies Kapital in renditestarke Anlageklassen wie Aktien fließen kann. Die Folge ist eine schleichende Entwertung des Ersparten durch die Inflation, während die reale Netto-Rendite nach Kosten nahe Null verharrt. Das neue Altersvorsorgedepot verzichtet daher auf starre Garantievorgaben, um Ihnen vollen Zugang zu den globalen Kapitalmärkten zu ermöglichen[2].
| Garantiestufe | Anlagefokus | Renditepotenzial |
|---|---|---|
| 100 % Garantie (Riester-Standard) | Vorwiegend sichere Zinstitel | Sehr gering, Kaufkraftverlust durch Inflation |
| 80 % Garantie (Reform-Alternative) | Teilweise Aktieninvestments möglich | Moderat, Kompromiss aus Sicherheit und Ertrag |
| 0 % Garantie (Altersvorsorgedepot) | Bis zu 100 % Aktien und ETFs | Maximal, optimal für langfristigen Vermögensaufbau |
Für risikoscheue Sparer sieht der Gesetzgeber künftig zwar alternative geförderte Verträge mit einer reduzierten Garantie von 80 oder weiterhin 100 Prozent vor[2]. Doch jeder Prozentpunkt an nominaler Garantie schränkt den Handlungsspielraum der Fondsmanager ein und kostet Sie langfristig bares Geld. Wenn Ihre verbleibende Restlaufzeit bis zur Rente noch mehr als zehn oder fünfzehn Jahre beträgt, gleicht die historisch nachgewiesene Aktienmarktrendite das Risiko kurzzeitiger Kursschwankungen in der Regel zuverlässig aus. Ein Verzicht auf die Bruttobeitragsgarantie schmerzt in diesem Fall kaum, da der statistische Erwartungswert einer ungebremsten ETF-Kapitalanlage die potenziellen Verluste weit übertrifft.
Ob sich der Wechsel für Sie persönlich lohnt und ab welchem Alter die höhere Aktienrendite die Wechselkosten übersteigt, lässt sich mathematisch präzise ermitteln. In unserem Vorsorgewissen Informationsportal stellen wir Ihnen umfassende Modellrechnungen und Vergleiche zur Verfügung. Für eine detaillierte Kalkulation Ihres individuellen Übertragungs-Szenarios können Sie direkt den Förderrechner Altersvorsorgedepot nutzen, der die historische Zulagenstruktur sowie anfallende Wechselgebühren berücksichtigt und Ihren persönlichen Break-even-Punkt visualisiert (Hinweis: Alle Berechnungen dienen der Veranschaulichung, keine Anlageberatung i.S.d. § 1 Abs. 1a Nr. 1a KWG).
8. Der Weg zur individuellen Entscheidung: Rechner-Szenarien und Beratung
Die Entscheidung für einen Wechsel von einem bestehenden Riester-Vertrag in das neue Altersvorsorgedepot hängt maßgeblich von Ihren persönlichen Rahmenbedingungen ab. Da jeder Altvertrag eine ganz eigene Historie an Abschlusskosten, Verwaltungskosten und staatlichen Zulagen aufweist, lässt sich die Frage nach dem optimalen Wechselzeitpunkt nicht pauschal für jeden Sparer einheitlich beantworten. Der wichtigste mathematische Faktor ist hierbei die verbleibende Restlaufzeit bis zu Ihrem geplanten Renteneintritt: Je länger Ihr Anlagehorizont ist, desto verlässlicher kann die höhere erwartete Aktienrendite des neuen Depots die anfallenden Wechselkosten sowie den Verzicht auf die Beitragsgarantie ausgleichen. Für den Wechsel selbst gilt immerhin ein gesetzlicher Schutzmechanismus: Der annehmende Anbieter darf Ihnen für die Übertragung des Kapitals eine pauschale Gebühr von höchstens 150 Euro in Rechnung stellen[2].
| Alter des Sparers | Restlaufzeit | Wechsel-Tendenz |
|---|---|---|
| Unter 40 Jahre | Über 27 Jahre | Sehr empfehlenswert: Hohe Aktienrenditen gleichen Wechselgebühren schnell aus. |
| 40 bis 50 Jahre | 17 bis 27 Jahre | Meist vorteilhaft: Eine individuelle Überprüfung der Kostenstruktur ist ratsam. |
| Über 50 Jahre | Unter 17 Jahre | Einzelfallprüfung: Die verbleibende Laufzeit ist kurz, der Garantieverzicht wiegt schwerer. |
Um für Ihre eigene Vertragskonstellation Klarheit zu schaffen und das genaue mathematische Delta zu ermitteln, steht Ihnen unser interaktiver Förderrechner Altersvorsorgedepot zur Verfügung. Dieses Tool ermöglicht es Ihnen, Ihr bereits angespartes Riester-Kapital, Ihre laufenden Eigenbeiträge sowie die historische Zulagenstruktur einzugeben. Auf dieser Basis kalkuliert der Rechner eine quellenbasierte Jahr-für-Jahr-Hochrechnung der beiden Alternativen. Sie sehen auf einen Blick, ab welchem konkreten Break-even-Alter sich der Verzicht auf die Beitragsgarantie Ihres Riester-Vertrags durch die renditestärkere ETF-Anlage im Depot finanziell für Sie auszahlt.
Sollte Ihr Vertrag eine sehr komplexe Struktur aufweisen oder wünschen Sie vor der finalen Unterschrift eine professionelle Einschätzung, ist der persönliche Kontakt zu Experten ratsam. Über die Unabhängige Beratungsvermittlung führen wir Sie mit qualifizierten, unabhängigen Finanzberatern zusammen. In einem kostenfreien Erstgespräch wird Ihre individuelle Rentensituation objektiv beleuchtet, sodass Sie die Entscheidung mit einem absoluten sicheren Gefühl treffen können. Unser Portal bietet Ihnen damit beide Wege gleichermaßen an: die eigenständige digitale Berechnung oder die fundierte Begleitung durch menschliche Expertise.
Häufig gestellte Fragen
- Ab welchem Alter lohnt sich der Wechsel von Riester zum Altersvorsorgedepot?
- Es gibt keine feste Altersgrenze. Generell gilt: Je jünger Sie sind und je länger Ihre Restlaufzeit bis zur Rente ist, desto eher lohnt sich der Wechsel. Bei einer Restlaufzeit von über 15 Jahren gleicht die höhere erwartete Aktienrendite eines ETF-Portfolios im Altersvorsorgedepot die Wechselkosten und den Verlust der Beitragsgarantie meist schnell aus. Für Sparer ab 50 Jahren ist eine detaillierte Einzelfallberechnung unerlässlich.
- Was kostet der Wechsel von einem Riester-Vertrag in ein Altersvorsorgedepot?
- Die Wechselkosten beim bisherigen Riester-Anbieter sind gesetzlich reguliert. In den ersten fünf Jahren der Vertragslaufzeit dürfen sie maximal 150 Euro betragen. Ab dem sechsten Jahr ist der Wechsel beim alten Anbieter kostenfrei. Der neue Depotanbieter darf für die Übertragung eine einmalige Verwaltungspauschale von höchstens 150 Euro verlangen.
- Verliere ich meine bisherigen Riester-Zulagen beim Wechsel?
- Nein. Wenn Sie Ihr Guthaben direkt von einem bestehenden Riester-Vertrag auf ein Altersvorsorgedepot übertragen, bleibt der Bestandsschutz der Zulagen gewahrt. Dies gilt nicht als schädliche Verwendung. Die bereits erhaltenen Grund- und Kinderzulagen sowie Ihre Steuervorteile bleiben Ihnen vollständig erhalten.
- Wie hoch ist die neue staatliche Förderung im Altersvorsorgedepot?
- Ab 2027 wird die Förderung deutlich vereinfacht. Sie erhalten eine staatliche Zulage von 50 Cent für jeden investierten Euro. Bei einem maximalen Eigenbeitrag von 1.800 Euro im Jahr ergibt sich daraus eine maximale Grundzulage von 540 Euro. Zusätzlich gibt es eine Kinderzulage von bis zu 300 Euro pro Kind
- Gibt es im Altersvorsorgedepot weiterhin eine Beitragsgarantie?
- Im klassischen Altersvorsorgedepot gibt es keine verpflichtende Bruttobeitragsgarantie mehr. Das Kapital wird vollständig am Aktienmarkt investiert, was höhere Renditechancen ermöglicht. Wer dennoch Sicherheit wünscht, kann sich für geförderte Garantieprodukte entscheiden, die wahlweise eine Beitragsgarantie von 80 Prozent oder 100 Prozent bieten.
- Ab welchem Alter kann das Guthaben aus dem Altersvorsorgedepot ausgezahlt werden?
- Mit der Reform der privaten Altersvorsorge wird die Altersgrenze für den Auszahlungsbeginn einheitlich auf 65 Jahre angehoben. Ab diesem Alter können Sie flexibel wählen, ob Sie eine lebenslange Leibrente oder einen Auszahlungsplan bis mindestens zum 85. Lebensjahr in Anspruch nehmen möchten.
Quellen
Riester oder AVD – was passt zu dir?
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