Riester behalten oder wechseln: für wen lohnt sich was?

Riester oder AVD – was passt zu dir?
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Die Riester-Rente vor dem Umbruch: Warum das Thema jetzt drängt
Ob Sie Ihre Riester-Rente behalten oder in das neue Altersvorsorgedepot wechseln sollten, hängt primär von Ihrem persönlichen Profil ab. Jüngere Sparer mit langer Restlaufzeit und teuren Altverträgen profitieren meist von einem Wechsel, während rentennahe Personen und sicherheitsorientierte Anleger oft besser in ihrem bestehenden Vertrag verbleiben. Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht, weshalb eine strukturierte Analyse der eigenen Vertragskonditionen unerlässlich ist.
Der deutsche Vorsorgemarkt steht vor einer historischen Weichenstellung. Mit dem nahenden Start der Reform im Jahr 2027 schwindet die Attraktivität klassischer Riester-Verträge zusehends, während das neue Altersvorsorgedepot als renditestarke Alternative in den Fokus rückt. Dass dringender Handlungsbedarf besteht, zeigen auch die offiziellen Zahlen zum schwindenden Vertrauen der Sparer: Laut Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sank der Riester-Bestand Ende 2024 erstmals unter 15 Millionen auf rund 14,97 Millionen Verträge, während das Neugeschäft mit nur noch rund 30.700 Abschlüssen pro Jahr nahezu vollständig stillsteht.[1]
- Der offizielle Start der Reform im Jahr 2027: Ab diesem Zeitpunkt wird das Altersvorsorgedepot als staatlich geförderte, aktienbasierte Option ohne strenge Beitragsgarantien eingeführt.
- Die schwindende Attraktivität klassischer Verträge: Hohe laufende Kosten und das anhaltend niedrige Zinsumfeld mindern die reale Rendite bestehender Riester-Policen erheblich.
- Der Übergang zum neuen Altersvorsorgedepot: Ein Wechsel ermöglicht es Ihnen, bestehendes Kapital steuerunschädlich zu übertragen und flexibler in kostengünstige ETFs zu investieren.
Um in dieser Phase des Umbruchs keine voreiligen Entscheidungen zu treffen, sollten Sie die Vor- und Nachteile sorgfältig abwägen. In unserem Altersvorsorgedepot Ratgeber stellen wir Ihnen alle relevanten Hintergründe und gesetzlichen Rahmenbedingungen neutral zur Verfügung. Für eine erste Orientierung, ob sich ein Übertrag für Sie lohnen könnte, beachten Sie bitte, dass die Wechselkosten gesetzlich auf maximal 150 Euro gedeckelt sind.
Das neue Altersvorsorgedepot ab 2027: Was ändert sich grundsätzlich?
Zum 1. Januar 2027 initiiert das Bundesfinanzministerium eine grundlegende Reform der privaten Altersvorsorge in Deutschland. Das neue Altersvorsorgedepot wird als staatlich geförderter Standard eingeführt, um das bisherige, oft als unflexibel kritisierte Riester-System abzulösen. Dieser Systemwechsel soll es Ihnen ermöglichen, staatliche Förderungen direkt mit renditestarken Kapitalmarktanlagen zu verknüpfen. Ziel ist es, die private Vorsorge effizienter und attraktiver zu gestalten. In unserem Vorsorgewissen Informationsportal begleiten wir Sie Schritt für Schritt durch diese Neuerungen und helfen Ihnen, die Auswirkungen auf Ihre persönliche Altersvorsorge neutral zu analysieren.
Die drei Säulen der Reform im Überblick
- Renditeorientierung statt starrer Garantien: Bei klassischen Riester-Verträgen galt eine gesetzliche Pflicht zur hundertprozentigen Beitragsgarantie. Dadurch mussten Anbieter Kapital vorwiegend in risikoarmen, aber rentenarmen Zinspapieren anlegen. Mit dem Wegfall dieser Garantie beim Altersvorsorgedepot können Sie Ihr Kapital künftig vollständig in renditestarke Anlagen wie Aktien-ETFs investieren.
- Vereinfachte staatliche Zulagen: Die Förderstruktur wird transparenter gestaltet. Für jeden selbst eingezahlten Euro erhalten Sie eine Zulage von 50 Cent auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag sowie 25 Cent für jeden weiteren Euro bis zu einer Gesamtzulage von maximal 540 Euro pro Jahr. Hinzu kommt eine vereinfachte Kinderzulage von bis zu 300 Euro pro Kind[2].
- Kostenersparnis durch Depotmodelle: Traditionelle Riester-Policen sind häufig durch hohe Abschluss- und Verwaltungskosten belastet, die die erwirtschaftete Rendite schmälern. Da das neue Altersvorsorgedepot direkt über kostengünstige Neobroker oder Depotanbieter geführt werden kann, sinken die Produktkosten drastisch, wodurch ein größerer Teil Ihrer Beiträge für den Vermögensaufbau arbeitet.
Dieser Dreiklang aus höherer Renditeerwartung, optimierter staatlicher Zulagenstruktur und signifikanten Einsparungen bei den Produktgebühren soll die private Rentenvorsorge modernisieren. Ob sich ein Wechsel von einem bestehenden Riester-Vertrag in das neue Altersvorsorgedepot für Sie persönlich lohnt, hängt maßgeblich von Ihrer verbleibenden Erwerbsphase und den spezifischen Konditionen Ihres Altvertrags ab. Eine strukturierte Abwägung bildet das Fundament für Ihre finanzielle Entscheidung.
Die Entscheidungsmatrix: Behalten vs. wechseln auf einen Blick
Ob Sie Ihren Riester-Vertrag behalten oder zum neuen Altersvorsorgedepot wechseln, lässt sich an klaren Kriterien wie Alter, Restlaufzeit und Vertragskosten festmachen[2]. Jüngere Sparer mit langer Restlaufzeit und teuren Altverträgen profitieren meist am ehesten von einem Wechsel, während rentennahe Personen oft von den alten Garantiezusagen profitieren. Eine erste Orientierung bietet Ihnen unser Vorsorgewissen Informationsportal, das die gesetzlichen Richtlinien neutral aufbereitet.
| Sparertyp / Profil | Eigenschaften & Kosten | Empfehlung & Begründung |
|---|---|---|
| Profil 1: Junge Sparer (Wechsel-Typ) | Lange Restlaufzeit (> 15 Jahre), hohe laufende Vertragskosten, Wunsch nach renditestarken ETFs. | Wechseln. Die hohe Aktienquote im Altersvorsorgedepot gleicht Wechselkosten schnell aus und bietet langfristig deutlich mehr Renditechancen. |
| Profil 2: Rentennahe Sparer (Behalt-Typ) | Kurze Restlaufzeit (< 5 Jahre), niedrige Kosten, hoher Wert der Beitragsgarantie. | Behalten. Ein Wechsel kurz vor Renteneintritt birgt das Risiko von kurzfristigen Marktschwankungen. |
| Profil 3: Familien (Abwägungs-Typ) | Fokus auf maximale Kinderzulagen, mittlere Restlaufzeit, Wunsch nach flexiblen Beiträgen. | Individuell abwägen. Die staatliche Förderung bleibt im neuen Depot erhalten, aber der Altschutz muss geprüft werden. |
Profil 1: Junge Sparer mit teurem Altvertrag
Für jüngere Riester-Sparer mit einer Restlaufzeit von 15 Jahren oder mehr lohnt sich die Übertragung des Kapitals in ein Altersvorsorgedepot besonders. Die historischen Renditen von Aktienanlagen übertreffen die klassischen, garantiebelasteten Riester-Rentenversicherungen deutlich. Selbst wenn der bisherige Anbieter eine Wechselgebühr verlangt, ist diese gesetzlich gedeckelt. Ein Wechsel spart langfristig erhebliche Depotgebühren und nutzt den Zinseszins-Effekt.
Profil 2: Rentennahe Sparer mit gesicherten Garantien
Wer weniger als fünf bis zehn Jahre bis zur Rente hat, sollte seinen Riester-Vertrag meist behalten. Bei kurzen Laufzeiten können Aktienmarktschwankungen im Altersvorsorgedepot nicht mehr ausgeglichen werden. Zudem greift bei Altverträgen die gesetzliche Garantie, dass zum Rentenbeginn mindestens alle eingezahlten Beiträge und Zulagen zur Verfügung stehen müssen[3]. Dieses Sicherheitsnetz aufzugeben, ist kurz vor dem Ruhestand mathematisch selten vorteilhaft.
Profil 3: Familien mit starkem Zulagenfokus
Familien, die vor allem von den hohen Kinderzulagen profitieren, befinden sich in einer Sondersituation. Das neue Altersvorsorgedepot behält die staatliche Förderung bei, bietet jedoch flexiblere Anlagemöglichkeiten. Vor dem Wechsel sollten Sie das vorhandene Kapital genau prüfen. Um Ihr individuelles Wechsel-vs-Bleiben-Delta mathematisch exakt zu berechnen, empfiehlt sich die Nutzung digitaler Werkzeuge wie der Förderrechner Altersvorsorgedepot.
Haftungsausschluss: Die hier dargestellten Profile dienen der allgemeinen Orientierung und stellen keine Anlageberatung i.S.d. § 1 Abs. 1a Nr. 1a KWG dar.
Wann lohnt sich das Behalten? Gute Gründe für den Riester-Verbleib
Ein bestehender Riester-Vertrag sollte keinesfalls unüberlegt aufgegeben werden, da das Behalten in vielen Situationen die finanziell sicherere und rentablere Option darstellt. Insbesondere für rentennahe Sparer und sicherheitsorientierte Anleger bietet der Altvertrag handfeste Vorteile, die bei einem Wechsel verloren gingen[4]. Wer nur noch wenige Jahre bis zum Ruhestand hat, profitiert in hohem Maße von der gesetzlich verankerten Beitragsgarantie. In einer kurzen Restlaufzeit bleibt schlicht nicht genügend Zeit, um eventuelle Marktschwankungen an den Aktienmärkten auszugleichen, weshalb der Erhalt des eingezahlten Kapitals und der staatlichen Zulagen oberste Priorität hat.
Abbezahlte Kosten und Bestandsschutz als Renditehebel
Ein oft unterschätzter Faktor sind die Abschluss- und Vertriebskosten, die bei Riester-Verträgen im Rahmen der sogenannten Zillmerung typischerweise auf die ersten fünf Laufzeitjahre verteilt und komplett abbezahlt wurden. Wenn Sie Ihren Altvertrag fortführen, fließt Ihr Sparbeitrag nun nahezu vollständig in den Vermögensaufbau, während bei einem Anbieterwechsel oft neue Wechselgebühren anfallen können. Diese Wechselkosten sind zwar gesetzlich auf maximal 150 Euro gedeckelt, schmälern jedoch bei einer kurzen Restlaufzeit die verbleibende Rendite zusätzlich. Zudem sichert der Bestandsschutz häufig attraktive Konditionen älterer Policen wie einen hohen garantierten Rechnungszins oder vorteilhafte Rentenfaktoren[4].
- Kurze Restlaufzeit: Bei einer verbleibenden Ansparzeit von unter zehn Jahren ist die vollständige Beitragsgarantie ein wichtiger Schutz vor kurzfristigen Kursverlusten.
- Abbezahlte Vertragskosten: Da die Abschlussgebühren bereits in den ersten Jahren getilgt wurden, arbeitet Ihr Kapital im Altvertrag nun hochgradig kosteneffizient.
- Vorteilhafte Garantiewerte: Ältere Verträge sichern Ihnen oft hohe Garantiezinsen oder exzellente Rentenfaktoren, die am Markt heute nicht mehr angeboten werden.
- Eingeschlossene Zusatzleistungen: Ein im Altvertrag integrierter Berufsunfähigkeits- oder Hinterbliebenenschutz bleibt ohne erneute Gesundheitsprüfung erhalten[4].
Bevor Sie eine voreilige Entscheidung treffen, lohnt sich eine genaue Gegenüberstellung der Kosten und Leistungen. Über unser Vorsorgewissen Informationsportal stellen wir Ihnen detaillierte Ratgeber bereit, die diese Kriterien anschaulich vertiefen. Für eine präzise mathematische Abwägung steht Ihnen zudem der Förderrechner Altersvorsorgedepot zur Verfügung, mit dem Sie die langfristige Kostenwirkung eines Wechsels transparent simulieren können.
Wann ist ein Wechsel sinnvoll? Die Vorteile des Altersvorsorgedepots
Ob sich ein Wechsel von der klassischen Riester-Rente zum neuen Altersvorsorgedepot ab 2027 für Sie lohnt, hängt primär von den finanziellen Hebeln ab, die die gesetzliche Reform bietet. Der größte Hebel für Riester-Sparer ist der Wegfall der starren Beitragsgarantie, die bisherige Anbieter dazu zwang, einen Großteil Ihrer eingezahlten Beiträge in renditearme, festverzinsliche Wertpapiere zu investieren. Ohne diese gesetzliche Bremse können Sie im Altersvorsorgedepot eine freie und deutlich höhere Aktien- oder ETF-Quote wählen. Insbesondere für jüngere Sparer mit einer langen Restlaufzeit bis zum Renteneintritt bedeutet diese Flexibilität ein erhebliches Potenzial, um von den langfristigen Zinseszinseffekten breit gestreuter globaler Kapitalmärkte zu profitieren[2].
Neben den Renditechancen sind die laufenden Kosten der entscheidende Hebel bei einem potenziellen Wechsel. Klassische Riester-Verträge sind oft durch hohe Verwaltungs-, Abschluss- und Vertriebsgebühren belastet, die die staatliche Förderung über die Jahre hinweg stark schmälern oder gar vollständig aufzehren. Über Neobroker- und Depotanbieter sinken die laufenden Effektivkosten des neuen Depotmodells im Vergleich drastisch, da kostengünstige ETFs im Fokus stehen. Um diese langfristigen Vermögensunterschiede für Ihren konkreten Fall zu veranschaulichen, hilft ein Blick in unseren Förderrechner Altersvorsorgedepot. Mit diesem Tool lässt sich das finanzielle Delta zwischen dem Verbleib im Altvertrag und einem Wechsel unter Berücksichtigung Ihrer Zulagenhistorie und der Restlaufzeit präzise ermitteln.
- Erheblich höhere Renditechancen ohne die klassische Garantie-Bremse: Die freie Wahl der Aktienquote ermöglicht langfristig ein deutlich stärkeres Depotwachstum durch Zinseszinsen.
- Drastische Reduktion der laufenden Kosten: Günstige ETFs und niedrige Depotgebühren minimieren die Effektivkostenbelastung im Vergleich zu traditionellen Riester-Tarifen.
- Erhöhte Flexibilität und Portabilität: Das geförderte Altersvorsorgevermögen lässt sich flexibel und unkompliziert zu anderen Anbietern und moderneren Depotstrukturen übertragen.
Der Übergang ist vom Gesetzgeber verbraucherfreundlich geregelt: Ein geförderter Übertrag des angesparten Kapitals ist möglich, ohne dass Sie erhaltene Zulagen zurückzahlen müssen. Der Gesetzgeber sieht zudem vor, dass ein solcher Anbieterwechsel nach fünf Jahren Vertragslaufzeit kostenfrei ist, während vor Ablauf dieser Frist ein Wechselkosten-Deckel von maximal 150 Euro gilt. Für eine umfassende Einordnung Ihrer Optionen und des passenden Sparerprofils bietet unser Vorsorgewissen Informationsportal neutrale Hilfestellungen und quellenbasierte Analysen.
Der Wechselprozess: Wie funktioniert die Übertragung praktisch?
Wenn Sie sich für den Wechsel von Ihrem bestehenden Riester-Vertrag in das neue Altersvorsorgedepot entscheiden, ist der praktische Ablauf durch den Gesetzgeber klar geregelt. Wir begleiten Sie als neutraler Lotse durch diesen Prozess, damit Sie keine Fristen oder formalen Details übersehen. Die Bundesregierung hat im Rahmen der Reform sichergestellt, dass dieser Schritt für Sie reibungslos verläuft und das mühsam angesparte Altersvorsorgevermögen ohne finanzielle Einbußen übertragen werden kann[2]. Das entscheidende Prinzip hierbei ist die vollständige Steuerneutralität: Die Übertragung des Kapitals gilt gesetzlich nicht als steuerlich schädliche Verwendung. Das bedeutet für Sie konkret, dass Sie weder Ihre über die Jahre erhaltenen staatlichen Zulagen noch Ihre Steuervergünstigungen an den Staat zurückzahlen müssen. Die einzige Grundvoraussetzung für diesen Schutz ist, dass das gesamte Guthaben ohne Unterbrechung direkt von Ihrem alten Anbieter in das neue, zertifizierte Altersvorsorgedepot überführt wird.
Die einzelnen Schritte des Übertragungsprozesses
- Kündigung des Altvertrags: Sie kündigen Ihren bestehenden Riester-Vertrag schriftlich bei Ihrem aktuellen Anbieter zum Zweck der Übertragung. Beachten Sie dabei unbedingt die gesetzliche Kündigungsfrist, die in der Regel drei Monate zum Ende eines Kalendervierteljahres beträgt.
- Neues Depot eröffnen: Sie wählen einen passenden Anbieter für Ihr staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot aus und eröffnen dort das neue Depotkonto, das ab dem Jahr 2027 zur Verfügung steht.
- Übertragungsauftrag erteilen: Sie reichen den Übertragungsantrag direkt bei Ihrem neuen Depotanbieter ein. Dieser koordiniert den direkten Kapitaltransfer im Hintergrund mit Ihrem alten Riester-Anbieter, sodass die steuerliche Neutralität lückenlos gewahrt bleibt.
Auch bei den anfallenden Wechselgebühren hat der Gesetzgeber verbraucherfreundliche Grenzen gesetzt. Ein gesetzlicher Wechselkosten-Deckel schützt Sie vor überhöhten Gebühren: Für die Übertragung des Kapitals dürfen Ihnen durch den alten Anbieter maximal 150 Euro vor Ablauf von fünf Jahren Vertragslaufzeit berechnet werden, danach ist der Wechsel für Sie komplett kostenfrei. Um den idealen Partner für Ihr neues Depot zu ermitteln, hilft Ihnen unser Kriteriengestützter Anbietervergleich. Zusätzliche Details zu den rechtlichen Bedingungen und Steuerregeln finden Sie im Vorsorgewissen Informationsportal. Keine Anlageberatung i.S.d. § 1 Abs. 1a Nr. 1a KWG.
Die Kostenfalle: Warum ruhende Riester-Verträge oft die schlechteste Wahl sind
Viele Riester-Sparer, die mit der Wertentwicklung ihres Vertrags unzufrieden sind oder die monatlichen Beiträge einsparen möchten, wählen einen scheinbar einfachen Ausweg: Sie stellen den Vertrag beitragsfrei. Laut Erhebungen von Finanztip betrifft dieses Stilllegen bereits rund 20 Prozent aller Riester-Verträge in Deutschland[5]. Doch das ruhende Depot ist oft eine kostspielige Illusion. Anstatt das angesparte Kapital unverändert für das Alter zu sichern, zehren laufende Verwaltungs- und Depotgebühren das Guthaben Jahr für Jahr schleichend auf. Da keine neuen Beiträge fließen und die Rendite schwach bleibt, schrumpft die Kaufkraft des angesparten Vermögens kontinuierlich. Im Vergleich dazu bietet das neue Altersvorsorgedepot eine renditestarke Alternative für Ihr Kapital.
Die drei Kernfaktoren der schleichenden Entwertung
- Schleichender Kaufkraftverlust durch administrative Gebühren: Auch bei beitragsfreien Verträgen buchen Versicherer und Banken weiterhin feste jährliche Verwaltungskosten ab. Ohne neue Einzahlungen und staatliche Zulagen schrumpft das reale Vertragsguthaben kontinuierlich.
- Die Illusion des ruhenden Kapitals ohne Rendite: Viele Sparer glauben, ihr Kapital parke sicher bis zum Renteneintritt. Durch die starre Garantiepflicht der alten Verträge liegt das Geld jedoch oft in extrem renditeschwachen Zinsanlagen, die nach Abzug der Inflation einen realen Verlust bedeuten.
- Konsequenter Wechsel als renditestarke Alternative: Ein beitragsfreier Altvertrag blockiert Ihr Kapital. Durch einen konsequenten Wechsel in das Altersvorsorgedepot ab 2027 können Sie das bestehende Guthaben in kostengünstige, breit gestreute ETFs umschichten und so von echten Marktchancen profitieren.
Ein stillgelegter Vertrag ist folglich kein sicherer Hafen, sondern ein passiver Verlustbringer. Wenn Sie wissen möchten, wie hoch die Kostenbelastung Ihres alten Vertrags im Vergleich zu einem modernen ETF-Depot ausfällt, hilft unser Förderrechner Altersvorsorgedepot. Über unser Vorsorgewissen Informationsportal stellen wir Ihnen zudem quellenbasierte Analysen bereit, um die Wechseloptionen detailliert zu prüfen. Ein Wechsel ermöglicht es Ihnen, den gesetzlichen Gebührendeckel für Übertragungen zu nutzen und Ihr mühsam Erspartes wieder aktiv für Ihre Altersvorsorge arbeiten zu lassen.
Individuelle Prüfung: So finden Sie Ihren optimalen Sparweg
Die Entscheidung, ob Sie Ihren Riester-Vertrag behalten oder in das neue Altersvorsorgedepot wechseln sollten, lässt sich nicht pauschal beantworten. Zwar bietet die gesetzliche Reform ab dem Jahr 2027 neue, renditestärkere Wege für die staatlich geförderte Altersvorsorge, doch hängt die optimale Wahl maßgeblich von Ihrer persönlichen Lebensplanung und Ihrer individuellen Risikotoleranz ab[2]. Eine verallgemeinernde Matrix kann als erste Orientierung dienen, ersetzt jedoch keinesfalls eine auf Ihre konkrete Situation zugeschnittene Analyse. Da viele Sparer vor der großen Herausforderung stehen, das bereits angesparte Kapital und zukünftige Zulagen exakt abzuwägen, ist eine systematische und kriterienbasierte Vorgehensweise unerlässlich.
Für eine erste, datengestützte Orientierung haben wir digitale Werkzeuge bereitgestellt. Mit dem Förderrechner Altersvorsorgedepot können Sie Ihr bestehendes Riester-Kapital, Ihre verbleibende Vertragslaufzeit sowie die voraussichtlichen Kostenwirkungen eines Wechsels eigenständig und transparent berechnen. Dies ermöglicht Ihnen einen neutralen, mathematischen Vergleich zwischen Ihrem aktuellen Altvertrag und den langfristigen Renditechancen eines modernen Depotmodells auf ETF-Basis. Bitte beachten Sie hierzu unseren rechtlichen Hinweis: Die bereitgestellten Berechnungen und Informationen dienen ausschließlich der Veranschaulichung und allgemeinen Aufklärung. Keine Anlageberatung i.S.d. § 1 Abs. 1a Nr. 1a KWG.
Sollten Sie nach der ersten mathematischen Berechnung unsicher sein oder eine persönliche, menschliche Einschätzung bevorzugen, unterstützen wir Sie gerne auf dem weiteren Weg. Über unsere Unabhängige Beratungsvermittlung erhalten Sie die Möglichkeit, offene Fragen mit lizenzierten und unabhängigen Finanzberatern in einem kostenfreien Erstgespräch im Detail zu klären. Unabhängig davon, ob Sie sich am Ende für das selbstbestimmte Investieren über einen Neobroker oder für eine professionell begleitete Vorsorgelösung entscheiden - unser Ziel als Ihr Vorsorgedepot-Lotse ist es, Ihnen die nötige Sicherheit und Klarheit für eine fundierte, zukunftssichere Entscheidung zu geben.
Häufig gestellte Fragen
- Für wen lohnt sich der Riester-Wechsel?
- Ein Wechsel zum neuen Altersvorsorgedepot lohnt sich besonders für jüngere Sparer, die eine lange Restlaufzeit von über zehn Jahren haben und einen teuren Riester-Altvertrag besitzen. Durch den Wegfall der starren 100-Prozent-Beitragsgarantie können sie langfristig von deutlich höheren Aktien- und ETF-Renditen profitieren. Zudem senken moderne Depotstrukturen die laufenden Kosten im Vergleich zu klassischen Versicherungsmänteln erheblich.
- Wann sollte ich Riester behalten?
- Sie sollten Ihren Riester-Vertrag behalten, wenn Sie bereits sehr nah am Rentenalter sind, da sich ein Wechsel aufgrund von Gebühren und kurzen Restlaufzeiten mathematisch meist nicht mehr amortisiert. Auch für Sparer, denen die volle Beitragsgarantie existenziell wichtig ist, kann das Verbleiben im Altvertrag die bessere Wahl sein, da das neue Altersvorsorgedepot ab dem 1. Januar 2027 standardmäßig ohne Beitragsgarantie auskommt.
- Welcher Sparertyp bin ich?
- Ihr Sparertyp bestimmt sich aus Ihrer Restlaufzeit bis zur Rente, Ihrer Risikotoleranz und Ihren Vertragskosten. Sind Sie jung, renditeorientiert und unzufrieden mit hohen Gebühren, sind Sie der klassische Wechsel-Typ. Sind Sie sicherheitsorientiert und stehen kurz vor dem Ruhestand, gehören Sie zum Behalt-Typ. Nutzen Sie unseren Förderrechner Altersvorsorgedepot oder eine Unabhängige Beratungsvermittlung, um Ihr Profil präzise zu analysieren.
- Was passiert mit meinem Ersparten bei einem Riester-Wechsel?
- Bei einem Wechsel wird Ihr bisher angespartes Kapital steuerneutral in das neue Altersvorsorgedepot übertragen. Laut den Vorgaben des Bundesfinanzministeriums bleibt das übertragene Vermögen in der Ansparphase von der Einkommensteuer befreit, sodass keine schädliche Verwendung vorliegt. Allerdings können die alten Anbieter Wechselgebühren für die Übertragung verlangen, die vorab geprüft werden sollten.
- Sollte ich meinen Riester-Vertrag einfach beitragsfrei stellen?
- Das reine Ruhendstellen ist oft die unwirtschaftlichste Option. Laut Finanztip sind bereits rund 20 Prozent aller Riester-Verträge ruhend gestellt. Da jedoch weiterhin jährliche Verwaltungskosten anfallen und keine neuen Zulagen fließen, wird das Guthaben schleichend entwertet. Ein bewusster Wechsel zum renditestärkeren Altersvorsorgedepot ist hier meist die deutlich bessere Alternative
- Wie viele Riester-Verträge gibt es noch in Deutschland?
- Laut Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sank der Riester-Bestand Ende 2024 erstmals unter 15 Millionen auf rund 14,97 Millionen Verträge. Da das Neugeschäft mit nur noch rund 30.700 neu abgeschlossenen Verträgen im selben Jahr fast vollständig zum Erliegen kam, stellt das ab dem 1. Januar 2027 startende Altersvorsorgedepot die neue, moderne Säule der geförderten privaten Altersvorsorge dar.
Quellen
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