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Riester-Rente Nachteile: was 2027 dagegen spricht

Porträtfoto von Tilman Freyenhagen, Geschäftsführer und Gesellschafter der Alsterspree Verlag GmbH

Veröffentlicht am · Geschäftsführer & Gesellschafter der Alsterspree Verlag GmbH

Eine neutrale Darstellung von Aktenordnern und einem Taschenrechner auf einem Schreibtisch, die die finanzielle Analyse eines alten Riester-Vertrags im Vergleich zum Altersvorsorgedepot verdeutlicht.

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Die Nachteile der Riester-Rente auf einen Blick

Die Nachteile der Riester-Rente ab 2027 liegen vor allem in starren Kostenstrukturen, der Renditebremse durch die gesetzliche Vollgarantie, der Unflexibilität des Verrentungszwangs sowie einem zunehmend schrumpfenden Anbietermarkt. Rund zehn Millionen aktive Riester-Sparer stehen mit der Einführung des Altersvorsorgedepots vor der Frage, ob ihr Vertrag noch zukunftsfähig ist. Das Altersvorsorge-Reformgesetz schaffte mit Beschluss des Bundesrats am 8. Mai 2026 die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine moderne Vorsorge, wodurch die strukturellen Schwachstellen von Altverträgen offen zutage treten[1].

  • Hohe Altvertragskosten: Laufende Verwaltungs- und Vertriebskosten zehren wesentliche Teile der staatlichen Zulagen auf.
  • Renditebremse Vollgarantie: Die gesetzliche Beitragsgarantie zwingt Anbieter zu risikoarmen, aber ertragsschwachen Anlagen.
  • Verrentungszwang: Starre Auszahlungspläne schränken die Kapitalverfügbarkeit im Ruhestand stark ein.
  • Schrumpfender Anbietermarkt: Immer mehr Anbieter ziehen sich aus dem Riester-Neugeschäft zurück.

Falls Ihre persönliche Vorsorgesituation an der Schwelle zwischen Verbleib und Wechsel steht, lässt sich der optimale Pfad nicht pauschal bestimmen. Unser Vergleich zwischen Riester und Altersvorsorgedepot zeigt grundlegende Unterschiede auf, während unser Förderrechner Altersvorsorgedepot Ihre exakten Vertragsdaten durchrechnet.

Kostenstruktur und die Kritik am bestehenden System

Ein Hauptgrund für die verhaltene Rendite vieler Riester-Verträge liegt in ihrer vielschichtigen Gebührenstruktur. Neben anfänglichen Abschluss- und Vertriebskosten, die oft über die ersten fünf Jahre verteilt werden, belasten jährliche Verwaltungskosten das Deckungskapital. Diese Gebühren werden nicht nur auf die Beitragszahlungen, sondern häufig auch auf das gebildete Guthaben und die staatlichen Zulagen erhoben.

Verbraucherschützer wie der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) kritisieren seit Jahren, dass diese Kostenstrukturen bei vielen Produkten die staatliche Förderung nahezu aufzehren. In der Anhörung zum Altersvorsorge-Reformgesetz im März 2026 wurde hervorgehoben, dass klassische Riester-Verträge oft effektive Jahreskosten von über 1,5 bis 2,0 Prozent aufweisen. Dadurch verbleibt bei moderaten Kapitalmarktrenditen nach Abzug von Inflation und Entgelten kaum ein realer Wertzuwachs.

KostenartKlassische Riester-RenteAuswirkung auf das Vermögen
AbschlusskostenVerteilt auf die ersten VertragsjahreSchmälert das Startkapital in den ersten Ansparjahren
VerwaltungskostenJährlich auf Beitrag und GuthabenReduziert den Zinseszins-Effekt dauerhaft
GarantiekostenUmschichtung in RentenpapiereBegrenzt die Aktienquote in Hochzinsphasen

Keine Anlageberatung i.S.d. § 1 Abs. 1a Nr. 1a KWG. Die exakten Kostensätze variieren je nach Anbieter und Vertragsgeneration und sind in den jährlichen Standmitteilungen ausgewiesen.

Renditebremse durch Garantie und Verrentungszwang

Die gesetzliche Pflicht zur hundertprozentigen Beitragsgarantie zwang Produktanbieter dazu, einen Großteil des Sparkapitals in extrem sichere, aber ertragsarme Staatsanleihen oder Deckungsstöcke zu investieren. In Niedrigzinsphasen führte dies dazu, dass Anbieter das Geld der Sparer kaum in renditestarke Aktien oder ETFs anlegen konnten. Auch bei wieder steigenden Zinsen bleibt der Spielraum für eine höhere Aktienquote begrenzt, solange die Garantie zu jedem Zeitpunkt bedeckt sein muss.

Hinzu kommt die Inflexibilität in der Auszahlungsphase. Die bisherige Gesetzgebung sieht vor, dass das Vorsorgeguthaben ab dem Ruhestand in eine lebenslange Leibrente umgewandelt werden muss, wobei maximal 30 Prozent als Einmalbetrag entnommen werden dürfen[2]. Bei einer vorzeitigen Auflösung droht eine sogenannte schädliche Verwendung mit vollständiger Rückzahlung aller staatlichen Zulagen und Steuervorteile Riester-Rente kündigen.

  1. Ältere Vertragsgenerationen mit vergleichsweise hohem Garantiezins: Diese Altverträge bieten noch eine feste Verzinsung des Sparanteils, leiden jedoch unter hohen laufenden Vertragskosten.
  2. Jüngere Vertragsgenerationen mit niedrigem Höchstrechnungszins: Hier bremst die Garantie die Rendite deutlich, ohne einen nennenswerten Garantiezins zu liefern.
  3. Fondsgebundene Riester-Policen: Viele Anbieter schichteten während Markttiefs in Cash oder Anleihen um und verpassten spätere Erholungsphasen am Aktienmarkt.

Wie stark diese Faktoren auf Ihr Vorsorgeguthaben wirken, hängt maßgeblich von der vereinbarten Beitragsgarantie und der Restlaufzeit bis zum Renteneintritt ab.

Bestandsschutz: Was noch für den Riester-Vertrag spricht

Trotz der genannten Strukturschwächen ist ein vorschneller Ausstieg aus der Riester-Rente nicht für jeden Sparer sinnvoll. Für Verträge, die vor dem 1. Januar 2027 abgeschlossen wurden, gilt ein Bestandsschutz. Das bedeutet: Kein Riester-Vertrag wird automatisch umgewandelt oder aufgelöst Bestandsschutz alter Riester-Verträge. Sie können Ihren bestehenden Vertrag wie gewohnt und mit der bisherigen steuerlichen Förderung weiterführen.

Besonders für Sparer kurz vor dem Renteneintritt oder sehr risikoavers eingestellte Personen bietet der Altvertrag Vorteile. Die über Jahre angesammelten Zulagen und Steuervorteile bleiben vollständig gesichert. Wer nur noch wenige Jahre bis zum Rentenbeginn hat, gewichtet die zugesagte Kapitalsicherheit in der Regel höher, weil kurzfristige Kursrückgänge am Aktienmarkt bis dahin kaum noch ausgeglichen werden können.

  • Garantierter Kapitalschutz: 100 Prozent der eingezahlten Beiträge und Zulagen bleiben zu Rentenbeginn garantiert erhalten.
  • Sichere Zulagenhistorie: Alle bereits gewährten staatlichen Zulagen und Steuererstattungen bleiben im Vertrag geschützt.
  • Garantierter Rechnungszins bei älteren Verträgen: Ältere Policen sichern einen festen Garantiezins auf den Sparanteil.

Altersvorsorgedepot 2027: Welche Probleme es löst

Ab dem 1. Januar 2027 löst das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot das bisherige Riester-System ab und beseitigt wesentliche Nachteile der Altverträge[1]. Kernstück ist der Verzicht auf den gesetzlichen Zwang zur Vollgarantie. Sparer können künftig frei wählen, ob sie ihr Kapital ohne Garantie (0 Prozent), mit einer Garantie von 80 Prozent oder mit 100 Prozent Beitragsgarantie anlegen möchten Wahl der Beitragsgarantie.

Zudem wird die Förderung vereinfacht und attraktiver gestaltet: Für jeden eingezahlten Spar-Euro zahlt der Staat künftig 50 Cent Grundzulage bis zu einem Beitrag von 360 Euro pro Jahr, für Beiträge von 361 Euro bis 1.800 Euro beträgt der Fördersatz 25 Cent[1]. So ergibt sich eine maximale Grundzulage von 540 Euro pro Jahr ab 2027[1]. Bei der Kinderzulage gibt es künftig einen Euro pro gesparten Euro; der Höchstbetrag von 300 Euro pro Kind wird bei einem jährlichen Eigenbeitrag von 300 Euro erreicht. Ergänzend werden die Effektivkosten beim gesetzlichen Standardprodukt auf maximal 1,0 Prozent gedeckelt.

MerkmalKlassische Riester-RenteAltersvorsorgedepot (ab 2027)
BeitragsgarantieBeitragserhaltung gesetzlich vorgeschriebenWahlweise ohne Garantie oder mit 80 bzw. 100 Prozent
Maximale Grundzulage175 € pro JahrBis zu 540 € pro Jahr ab 2027
KapitalanlageGarantiefonds / AnleihenRenditeorientiertes Depot aus einer gesetzlichen Positivliste
KostenobergrenzeKeine gesetzliche DeckelungEffektivkosten beim Standardprodukt auf 1,0 Prozent begrenzt

Keine Anlageberatung i.S.d. § 1 Abs. 1a Nr. 1a KWG. Das Altersvorsorgedepot bietet zwar höhere Renditechancen über den Kapitalmarkt, das Marktrisiko verbleibt jedoch ohne gewählte Garantie vollständig bei den Anlegern.

Ausblick auf 2027 und der nächste logische Schritt

Der gesetzliche Rahmen für die neue Förderung steht, doch konkrete Finanzprodukte und die zugehörigen Zertifizierungs- und Ausführungsdetails müssen erst noch entstehen. Zertifizierte Altersvorsorgedepots und Standardprodukte werden Anbieter deshalb erst im Vorlauf zum Start 2027 vorstellen. Verbindliche Aussagen über Produktqualität und finale Anbietergebühren bleiben bis zum Marktstart offen.

Ob die beschriebenen Riester-Nachteile in Ihrem Fall schwer wiegen, hängt maßgeblich von Ihrer Vertragsgeneration, den tatsächlichen Fondskosten und Ihrem persönlichen Sicherheitsbedürfnis ab. Eine verallgemeinernde Systemkritik kann diese individuellen Faktoren nicht abwägen. Über unser Vorsorgewissen Informationsportal stellen wir Ihnen Transparenz und geprüfte Leitfäden bereit.

Um Ihre eigene Vorsorgeposition heute transparent zu verstehen und abzusichern, prüfen Sie Ihren Vertrag jetzt im Förderrechner Altersvorsorgedepot. Unsere Unabhängige Beratungsvermittlung unterstützt Sie bei Bedarf durch lizenzierte Experten bei allen weiteren Schritten, während sich der Regulierungsrahmen bis 2027 weiterentwickelt.

Häufig gestellte Fragen

Warum lohnt sich die Riester-Rente ab 2027 für viele nicht mehr?
Die alte Riester-Rente leidet oft unter hohen Verwaltungskosten und einer strengen 100-Prozent-Garantie, die in vielen Marktphasen die Rendite ausbremst. Mit dem Start des flexibleren Altersvorsorgedepots 2027 und der Erhöhung der Grundzulage auf 540 Euro werden diese strukturellen Nachteile im direkten Vergleich für viele Sparer besonders deutlich.
Ist das Altersvorsorgedepot wirklich besser als meine Riester-Rente?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Das Altersvorsorgedepot bietet höhere Renditechancen durch eine klare Kapitalmarktorientierung und den Verzicht auf eine starre Vollgarantie. Wenn Sie jedoch ein sehr sicherheitsbewusster Sparer sind, kann der Bestandsschutz und die garantierte Kapitalerhaltung Ihres alten Vertrages weiterhin vorteilhaft sein.
Was passiert mit meiner 100-Prozent-Garantie beim Wechsel?
Wenn Sie sich für einen Wechsel in ein neues Altersvorsorgedepot entscheiden, können Sie künftig das Garantieniveau wählen. Neben Produkten mit 80 oder 100 Prozent Garantie sind ab 2027 auch reine Renditedepots komplett ohne Garantie möglich. Die bisherige gesetzliche Vollgarantie Ihres alten Riester-Vertrags entfällt bei einem Wechsel in ein solches renditeorientiertes Depot.
Muss ich meinen bestehenden Riester-Vertrag 2027 kündigen?
Nein, es gibt keinen Zwang zur Kündigung. Für alle Riester-Verträge, die vor 2027 abgeschlossen wurden, gilt ein umfassender Bestandsschutz. Sie können Ihren bestehenden Vertrag völlig freiwillig zu den bisherigen Konditionen weiterführen, verzichten dann jedoch auf die erweiterten Anlagemöglichkeiten der neuen Förderung.
Können die angesparten Riester-Gelder in das Altersvorsorgedepot übertragen werden?
Ja, Sie können das bestehende Kapital aus Ihrem alten Riester-Vertrag grundsätzlich in das neue Altersvorsorgedepot übertragen. Dabei profitieren Sie künftig von den neuen staatlichen Konditionen. Beachten Sie jedoch, dass bei einem solchen Wechsel Verwaltungs- und Abschlusskosten anfallen können, die Sie vorher genau prüfen sollten.

Quellen

  1. [1]bundesregierung.de
  2. [2]bundesfinanzministerium.de
  3. []Altersvorsorgedepot vs. Riester: der vollständige Vergleich
  4. []Riester-Rente kündigen: Verlust & Alternativen
  5. []Ist die Riester-Rente abgeschafft?
  6. []0, 80 oder 100 Prozent: Welche Beitragsgarantie brauche ich?

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