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0, 80 oder 100 Prozent: Welche Beitragsgarantie brauche ich?

Porträtfoto von Tilman Freyenhagen, Geschäftsführer und Gesellschafter der Alsterspree Verlag GmbH

Aktualisiert am · Geschäftsführer & Gesellschafter der Alsterspree Verlag GmbH

Symbolbild zur Auswahl der Beitragsgarantie beim Altersvorsorgedepot mit einer Waage zwischen Rendite und Sicherheit.

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Das neue Fördersystem: Warum Beitragsgarantien kein Pflichtstandard mehr sind

Mit der Reform der privaten Altersvorsorge ab 2027 fällt die bisherige gesetzliche Pflicht zu einer 100-prozentigen Beitragsgarantie, die das Vorgängermodell der Riester-Rente prägte. Das neue Altersvorsorgedepot gewährt Anlegern erstmals die freie Wahl zwischen Verträgen ohne Beitragsgarantie (0 Prozent) sowie Varianten mit 80 Prozent oder 100 Prozent Beitragserhalt[1]. Diese strategische Abkehr vom starren Garantiezwang zielt darauf ab, dem schleichenden Kaufkraftverlust im Alter entgegenzuwirken und höheres Wirtschaftswachstum über breit gestreute Anlageklassen nutzbar zu machen.

Vom Garantiezwang zur renditeorientierten Wertsicherung

Die frühere Garantiepflicht zwang Anbieter dazu, erhebliche Beitragsanteile in ertragsschwache Anleihen und Wertsicherungsmechanismen umzuschichten, um die Auszahlung nominell abzusichern. In Phasen niedriger Zinsen führte dies bei vielen Altverträgen zu einer faktischen Nullrendite nach Abzug aller Produktkosten. Die Reform löst diese Verengung auf, indem sie die staatliche Förderung von der Pflicht zur Kapitalgarantie entkoppelt. Anleger entscheiden nun selbst, wie viel Risiko sie eingehen möchten. Eine reduzierte Garantie von 80 Prozent oder der vollständige Verzicht ermöglicht eine dauerhaft höhere Aktienquote, wodurch das Gesamtkapital stärker von Marktchancen profitiert. (Keine Anlageberatung i.S.d. § 1 Abs. 1a Nr. 1a KWG.)

GarantiestufeAnlagefokus & AktienquoteZielgruppe & Risikoprofil
0 % (Ohne Garantie)Maximale Aktienquote, voller Fokus auf MarktrenditenChancenorientierte Anleger mit langem Anlagehorizont
80 % BeitragsgarantieTeilweise Absicherung bei moderater AktienquoteSicherheitsbewusste Sparer mit Wunsch nach Basisschutz
100 % BeitragsgarantieGeringe Aktienquote durch defensive AbsicherungKonservative Sparer mit sehr kurzem Zeitfenster bis zur Rente

Durch diese Dreiteilung setzt der Gesetzgeber auf finanzielle Eigenverantwortung: Wer auf eine Garantie verzichtet, nimmt kurzfristige Marktschwankungen in Kauf, sichert sich jedoch das höchste langfristige Ertragspotenzial für den Ruhestand.

Drei Optionen im Überblick: 0 Prozent, 80 Prozent und 100 Prozent Garantie

Mit der Reform der privaten Altersvorsorge stehen Sparerinnen und Sparern ab 2027 drei gesetzlich definierte Garantiestufen zur Auswahl: 0 Prozent (keine Garantie)[3], 80 Prozent und 100 Prozent. Die rechtliche Beitragsgarantie bezieht sich dabei stets auf die Summe aus den eingezahlten Eigenbeiträgen und den erhaltenen staatlichen Zulagen zum Beginn der Auszahlungsphase. Während Garantieprodukte mit 80 oder 100 Prozent Kapitalabsicherung arbeiten, verzichtet das reine Altersvorsorgedepot vollständig auf eine Beitragsgarantie, um die maximale Renditechance des Kapitalmarktes zu nutzen.

Vergleich der Garantiestufen im neuen Fördersystem

GarantiestufeProduktkategorieAbsicherung der EinzahlungenRenditeprofil & Asset Allokation
0 ProzentAltersvorsorgedepotKeine Garantie auf Eigenbeiträge und ZulagenHohe Renditechance durch ungebundene Aktienquote
80 ProzentGarantieprodukt (reduziert)Mindestens 80 Prozent der Beiträge und Zulagen geschütztAusgewogene Chance durch erweiterte Kapitalanlage
100 ProzentKlassisches GarantieproduktMindestens 100 Prozent der Beiträge und Zulagen geschütztKonservativ mit eingeschränkter Ertragschance

Der grundlegende Unterschied liegt im Spannungsverhältnis zwischen Sicherheit und Ertrag. Bei einer Beitragsgarantie von 100 Prozent müssen Anbieter erhebliche Teile des Kapitals in zinsstarke, aber ertragsarme Papiere umschichten, um das Garantieversprechen jederzeit einzuhalten. Eine Absenkung auf 80 Prozent lockert diesen Zwang spürbar und erlaubt eine höhere Sachwertquote. Wer gänzlich auf eine Beitragsgarantie verzichtet, wählt das reine Altersvorsorgedepot. Hier fließt der gewählte Sparbeitrag ohne garantiebedingte Umschichtungsmechanismen direkt in breit gestreute Anlageklassen wie Welt-ETFs.

Diese Aufteilung unterscheidet das neue System grundlegend von der bisherigen Riester-Rente, die stets eine starre Vollgarantie vorschrieb. Welcher Weg für Sie der richtige ist, hängt von Ihrer persönlichen Risikotoleranz und dem verbleibenden Ansparhorizont ab. Keine Anlageberatung i.S.d. § 1 Abs. 1a Nr. 1a KWG.

Die 0-Prozent-Option: Maximale Aktienquote und langfristige Renditechancen

Die Variante ohne Beitragsgarantie (0-Prozent-Garantie) markiert den zentralen Wendepunkt der Reform der privaten Altersvorsorge ab 2027[5]. Indem der Gesetzgeber auf eine verpflichtende Absicherung des eingezahlten Kapitals verzichtet, entfällt der Zwang für Anbieter, erhebliche Mittel in verzinsten, aber ertragsarmen Deckungsstöcken zu parken. Stattdessen ermöglicht das garantiefreie Altersvorsorgedepot eine uneingeschränkte Aktienquote von bis zu 100 Prozent. Für Sie als Sparer bedeutet dies den direkten Marktzugang zu breit gestreuten ETFs und Indexfonds, um den Zinseszins-Effekt über lange Zeiträume vollständig zu nutzen.

Glättung von Kursschwankungen über lange Ansparphasen

Das Fehlen einer Beitragsgarantie erfordert eine transparente Abwägung des eigenen Anlagehorizonts. Zwar unterliegt ein Portfolio ohne Beitragsgarantie kurzfristigen Wertschwankungen an den Kapitalmärkten, doch glätten sich diese Risiken historischen Marktdaten zufolge über Ansparphasen von mindestens 15 bis 20 Jahren maßgeblich. Durch regelmäßige Monatsbeiträge nutzen Sie zudem den Durchschnittskosteneffekt: In marktweiten Korrekturphasen erwerben Sie automatisch mehr Fondsanteile für denselben Betrag, was die langfristige Rendite positiv beeinflussen kann. Wer noch 15 Jahre oder länger bis zum Renteneintritt vor sich hat, nimmt temporäre Buchverluste in Kauf, um ein höheres Endkapital aufzubauen (Keine Anlageberatung i.S.d. § 1 Abs. 1a Nr. 1a KWG.).

  • Anlagehorizont: Optimal für Sparer mit einer verbleibenden Ansparzeit von mindestens 15 Jahren bis zum Rentenbeginn.
  • Aktienquote: Volle Flexibilität zur Nutzung von bis zu 100 Prozent Aktien-ETFs und weltweiten Indexfonds.
  • Kosteneffizienz: Einsparung gebührenintensiver Absicherungsinstrumente und komplexer Wertsicherungsmodelle der Anbieter.
  • Erwartbare Rendite: Historisch überlegene Ertragschancen gegenüber konservativ abgesicherten Garantieprodukten.

Für sicherheitsorientierte Anleger, deren Restlaufzeit unter 10 bis 15 Jahren liegt oder die kurzfristige Buchverluste vermeiden möchten, ist der Verzicht auf Garantien individuell abzuwägen. Wir empfehlen in solchen Konstellationen eine strukturierte Prüfung der persönlichen Risikotoleranz, um zu bestimmen, ob ein teilweises Garantieniveau von 80 Prozent oder eine schrittweise Risikoreduktion vor dem Ruhestand die passendere Lösung darstellt.

Die 80-Prozent-Garantie: Der Mittelweg zwischen Sicherheit und Wachstum

Die reduzierte Beitragsgarantie von 80 Prozent stellt im neuen Fördersystem ab 2027 den Mittelweg zwischen dem klassischen Vollgarantiemodell und dem ungeförderten Wertpapierdepot dar[6]. Bei dieser Variante garantiert der Produktanbieter, dass zu Beginn der Auszahlungsphase mindestens 80 Prozent der eingezahlten Beiträge für die Rente zur Verfügung stehen. Da der Anbieter lediglich 80 statt 100 Prozent absichern muss, verbleibt deutlich mehr Spielraum für ertragreiche Sachwerte wie Aktien und ETFs. Dies erhöht die langfristigen Ertragschancen gegenüber alten Riester-Verträgen spürbar, ohne dass Anleger ein unbegrenztes Verlustrisiko eingehen.

Funktionsweise und Vorteile des 80-Prozent-Garantieniveaus

Durch die Absenkung des Garantieniveaus sinkt der kalkulatorische Zwang für den Anbieter, Beiträge in verzinste Deckungsstöcke mit geringer Rendite umzuleiten. Stattdessen kann ein wesentlich höherer Anteil des Ansparbetrags über die Ansparphase hinweg am weltweiten Aktienmarkt investiert bleiben. Wenn Sie abwägen, ob Sie im Rahmen der Reform eine bestehende Riester-Garantie aufgeben oder eine Teilabsicherung wählen möchten, bietet die 80-Prozent-Stufe ein kalkulierbares Fundament.

  • Garantierte Mindestauszahlung: Zum Renteneintritt stehen vertraglich mindestens 80 Prozent der eingezahlten Mittel abgesichert bereit.
  • Erhöhter Aktienanteil: Der reduzierte Garantiezwang ermöglicht Anbietern eine flexiblere und ertragsstärkere Ausrichtung des Portfolios.
  • Schutz bei mittlerer Restlaufzeit: Ideal geeignet für sicherheitsorientierte Sparer mit einem Anlagehorizont von etwa 10 bis 15 Jahren.

Für sicherheitsorientierte Sparer mit mittlerer Restlaufzeit vor dem Ruhestand erweist sich die 80-Prozent-Garantie als rationaler Kompromiss. Während bei Ansparzeiten von über 20 Jahren das garantielose Altersvorsorgedepot Renditevorteile bietet, sichert die Teilgarantie bei kürzeren Zeiträumen gegen unerwartete Markteinbrüche kurz vor Rentenbeginn ab. Wir empfehlen Ihnen, die Wahl der Garantiestufe stets auf Ihre persönliche Risikotoleranz und den verbleibenden Zeitkorridor abzustimmen. Bitte beachten Sie, dass sämtliche Modellrechnungen illustrativ sind und keine Anlageberatung im Sinne des § 1 Abs. 1a Nr. 1a KWG darstellen.

Die 100-Prozent-Garantie: Maximale Nominalsicherheit und ihr mathematischer Preis

Eine Beitragsgarantie von 100 Prozent garantiert gesetzlich, dass zu Beginn der Auszahlungsphase mindestens die Gesamtsumme der eingezahlten Eigenbeiträge und staatlichen Zulagen zur Verfügung steht. Was auf den ersten Blick als kompromissloser Schutz wirkt, bindet Produktanbieter an strenge versicherungsmathematische Vorgaben. Um den nominalen Kapitalerhalt unter allen Marktbedingungen abzusichern, müssen Anbieter einen überwiegenden Teil der Sparbeiträge in risikoarme Deckungsstockwerte, Staatsanleihen oder festverzinsliche Wertpapiere investieren[7].

Die mathematische Wirkung des Vollgarantie-Korsetts

Dieser Umschichtungsmechanismus schützt das Sparvermögen zwar vor nominalen Kursverlusten, begrenzt aber gleichzeitig die Renditechancen am Aktienmarkt erheblich. In Phasen sinkender Kurse schichten dynamische Wertsicherungssysteme Kapital aus renditestarken Aktienfonds in den Sicherungsvermögensstock um. Steigen die Märkte anschließend wieder, verbleibt das Geld häufig im risikoarmen Segment, wodurch Sparer von Erholungsphasen nicht mehr voll profitieren. Über lange Ansparphasen hinweg führt dieses konservative Anlagekorsett zu einer messbaren Reduktion der effektiven Endrendite.

  • Nominaler Kapitalerhalt: Voller Erhalt aller eingezahlten Beiträge und staatlichen Förderungen zum vertraglich vereinbarten Rentenbeginn.
  • Erhöhtes Kaufkraftrisiko: Trotz nominaler Sicherheit zehrt die Inflation die reale Kaufkraft des garantierten Kapitals über Jahrzehnte auf.
  • Eingeschränkte Renditedynamik: Hohe Zinsbindung verhindert die durchgehende Nutzung von Zinseszins-Effekten internationaler Aktien-ETFs.
  • Automatisches De-Risking: Algorithmen erzwingen Umschichtungen in festverzinsliche Titel, sobald Marktschwankungen die Garantiezusage gefährden.

Die Entscheidung für eine 100-Prozent-Garantie stellt daher eine fundamentale Abwägung dar: Anleger tauschen Schwankungsbreite gegen Erwartungsrendite. Für sicherheitsorientierte Personen kurz vor dem Ruhestand kann diese Option eine sinnvolle Hülle bieten. Wer jedoch einen sehr langen Anlagehorizont aufweist, zahlt für die vollständige Nominalsicherheit einen hohen Preis in Form entgangener Marktgewinne. In unserem Vorsorgewissen Informationsportal analysieren wir diese mathematischen Zusammenhänge neutral und transparent. Wer über das Aufgeben bisheriger Absicherungen nachdenkt, findet in unserem Leitfaden zur Riester-Garantie weiterführende Orientierung. Modellrechnungen und Renditegegenüberstellungen dienen rein illustrativen Zwecken (Keine Anlageberatung i.S.d. § 1 Abs. 1a Nr. 1a KWG.).

Der Renditeeffekt: Wie Garantiekosten die finale Ablaufleistung schmälern

Beitragsgarantien bieten nominellen Schutz, verursachen jedoch spürbare Renditeabstriche über lange Ansparphasen. Um eine Garantie von 80 oder 100 Prozent abzusichern, müssen Produktanbieter mathematische Wertsicherungsverfahren einsetzen. Fallen die Kurse an den Finanzmärkten, schichten diese Modelle das Kapital automatisch von Aktien-ETFs in schwankungsarme, aber ertragsschwache Anleihen um. Wenn sich die Märkte anschließend erholen, verbleibt der abgesicherte Teil im risikoarmen Baustein, sodass das Depot nicht mehr voll an Kursgewinnen partizipiert. Diese Umschichtungsmechanik kann die langfristigen Renditechancen erheblich reduzieren.

Neben den Opportunitätskosten durch entgangene Marktgewinne fallen bei Garantieprodukten verdeckte und explizite Kosten an. Beim gesetzlichen Standardprodukt ist die durchschnittliche jährliche Minderung der Rendite durch Effektivkosten zwar auf 1,0 Prozent gedeckelt[8], doch selbst eine scheinbar geringe jährliche Kosten- oder Renditedifferenz summiert sich über Jahrzehnte zu einem erheblichen Betrag im Endkapital. Keine Anlageberatung i.S.d. § 1 Abs. 1a Nr. 1a KWG.

  • 100 % Beitragsgarantie: Maximaler Schutz der Eigenbeiträge und Zulagen, jedoch sehr geringe Aktienquote und ein hohes Risiko vorzeitiger Umschichtungen bei Marktstürzen.
  • 80 % Beitragsgarantie: Etwas mehr Spielraum für chancenreichere Anlagen, wobei verbleibende Garantiekosten den Zinseszinseffekt gegenüber ungeförderten oder garantiefreien Depots weiterhin dämpfen.
  • 0 % Beitragsgarantie (Altersvorsorgedepot): Volle Partizipation am globalen Kapitalmarkt ohne Wertsicherungskosten; Marktschwankungen müssen über die Ansparphase hinweg ausgesessen werden.

Die Wahl der passenden Garantiestufe erfordert somit eine sachliche Abwägung zwischen dem persönlichen Sicherheitsbedürfnis und der angestrebten Zusatzrente. Bei einem Ansparhorizont von 15 oder mehr Jahren zahlt man für eine hohe Beitragsgarantie in der Regel einen messbaren Preis an Erwartungsrendite.

Entscheidungshilfe: Welcher Garantietyp passt zu Ihrer Lebenssituation?

Die Auswahl der optimalen Garantiestufe im neuen Fördersystem erfordert eine neutrale Abwägung zwischen gewünschtem Erhalt des Kapitals und den notwendigen Renditechancen für den Vermögensaufbau. Welcher Garantietyp – 0 Prozent, 80 Prozent oder 100 Prozent – zu Ihrer Situation passt, lässt sich anhand dreier maßgeblicher Kriterien systematisch ermitteln: Ansparhorizont, persönliche Risikotoleranz und Gesamtanlagestrategie.

Die drei Entscheidungskriterien im Überblick

  • Ansparhorizont als primärer Faktor: Bei einer Restlaufzeit von unter 10 Jahren bis zum Renteneintritt steht die Kapitalsicherung im Fokus. Eine 100-Prozent-Beitragsgarantie schützt das eingezahlte Kapital vor späten Markteinbrüchen. Bei einem Horizont von 10 bis 20 Jahren ermöglicht eine 80-Prozent-Garantie eine höhere Aktienquote bei gleichzeitigem Basisschutz. Bei mehr als 20 Jahren Laufzeit ist die geförderte Variante ohne Garantie mathematisch überlegen, da Kursschwankungen historisch verlässlich ausgesessen werden können.
  • Persönliche Risikotoleranz und finanzielle Belastbarkeit: Wer bei zwischenzeitlichen Buchverlusten von 20 Prozent oder mehr unruhig wird oder zu voreiligen Verkäufen neigt, profitiert psychologisch von einer Beitragsgarantie. Wer Schwankungen als normalen Marktbestandteil akzeptieren kann, sollte die höhere Erwartungsrendite garantieloser Portfolios nutzen.
  • Gesamtanlagestrategie und vorhandenes Vermögen: Betrachten Sie Ihr Altersvorsorgedepot nicht isoliert. Wenn Sie bereits über risikoarme Sachwerte, Immobilien oder Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung verfügen, verträgt Ihr gefördertes Depot eine höhere Aktienquote ohne Garantie. Dient das Depot hingegen als primärer Baustein, kann eine Teilgarantie Stabilität verleihen.

Ihre Entscheidung muss nicht endgültig sein, sondern sollte zu Ihrer aktuellen Lebensphase passen. Über das Vorsorgewissen Informationsportal stellen wir Ihnen fundierte Ratgeber bereit, während unser Förderrechner Altersvorsorgedepot die konkreten Auswirkungen unterschiedlicher Szenarien berechnet. Wenn Sie klären möchten, ob Sie bei einem Wechsel alte Beitragsgarantien aufgeben sollten oder wie Sie den passenden Anbieter auswählen, hilft Ihnen unsere Unabhängige Beratungsvermittlung kostenfrei weiter. (Keine Anlageberatung i.S.d. § 1 Abs. 1a Nr. 1a KWG.)

Die nächsten Schritte: Wie Sie Ihre Garantiestufe fundiert festlegen

Die Entscheidung für oder gegen eine Beitragsgarantie – ob 0 Prozent, 80 Prozent oder 100 Prozent – legt das Grundfundament für Ihre spätere Alterssicherung. Während ein vollständiger Erhalt der eingezahlten Beiträge ein hohes Sicherheitsgefühl vermittelt, schränkt er den Investitionsspielraum in renditestarke Anlageklassen wie globale Aktien-ETFs spürbar ein. Die Förderreform des Bundesfinanzministeriums schafft ab 2027 die Möglichkeit, gezielt zwischen garantiefreien Altersvorsorgedepots und klassischeren Garantieprodukten zu wählen[8]. Um festzustellen, welche Variante zu Ihrem Alter, Ihrer Risikotoleranz und Ihren Sparzielen passt, leitet Sie der folgende Drei-Schritte-Prozess zu einer klaren Entscheidung.

  • Szenarien und Endkapital berechnen: Setzen Sie den Förderrechner Altersvorsorgedepot ein, um den Einfluss von 0 %, 80 % und 100 % Beitragsgarantie auf Ihr mögliches Endkapital zu simulieren. Der Rechner berücksichtigt Ihre monatlichen Eigenbeiträge, die zustehenden staatlichen Zulagen sowie die jeweiligen Effektivkosten der Garantiestufen.
  • Hintergrundwissen quellenbasiert vertiefen: Nutzen Sie das Vorsorgewissen Informationsportal, um sich umfassend über rechtliche Rahmenbedingungen, steuerliche Regelungen in der Ansparphase und die genaue Funktionsweise der geförderten Depotvarianten zu informieren.
  • Den geeigneten Umsetzungsweg wählen: Wägen Sie ab, ob Sie als strukturierter Selbstentscheider direkt über ein Neobroker-Depot investieren wollen oder für die Abwägung komplexer Garantieffragen die Unabhängige Beratungsvermittlung nutzen möchten, um mit einem neutralen Berater Ihre persönliche Situation zu besprechen.

Sowohl die eigenständige digitale Umsetzung als auch die persönliche Beratung sind zwei absolut gleichwertige Wege, um das neue Fördersystem optimal für die eigene Altersvorsorge zu nutzen. Welches Modell zu Ihnen passt, hängt primär davon ab, wie viel Eigenregie Sie bei Ihrer Finanzplanung bevorzugen. (Hinweis: Sämtliche Berechnungen und Modellrechnungen stellen vertraglich unverbindliche Beispiele dar und dienen der allgemeinen Information. Keine Anlageberatung i.S.d. § 1 Abs. 1a Nr. 1a KWG.)

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet eine Beitragsgarantie von 80 Prozent beim Altersvorsorgedepot?
Eine Beitragsgarantie von 80 Prozent stellt sicher, dass zu Beginn der Auszahlungsphase mindestens 80 Prozent aller eingezahlten Eigenbeiträge und staatlichen Zulagen garantiert zur Verfügung stehen. Die verbleibenden 20 Prozent ermöglichen dem Anbieter, einen höheren Anteil des Kapitals in chancenreichere Anlagen wie Aktien-ETFs zu investieren, um bessere Renditen zu erzielen.
Warum verzichtet das Altersvorsorgedepot standardmäßig auf eine Beitragsgarantie?
Der Verzicht auf eine starre Garantie erlaubt eine Aktienquote von bis zu 100 Prozent. Dadurch können Sparer voll von den langfristigen Renditechancen der Kapitalmärkte profitieren. Bei langen Ansparzeiten gleicht das Marktwachstum kurzfristige Schwankungen in der Regel aus.
Wer sollte sich für ein Garantieprodukt mit 100 Prozent Kapitalerhalt entscheiden?
Eine Garantie von 100 Prozent eignet sich für sehr sicherheitsorientierte Sparer oder Personen mit einem kurzen Ansparhorizont von wenigen Jahren vor dem Ruhestand. Da das Kapital hierbei überwiegend vorsichtig angelegt wird, ist die erwartbare Rendite im Vergleich zu aktienbasierten Depots deutlich geringer.
Kann man die gewählte Garantiestufe während der Laufzeit des Vertrags ändern?
Ob und unter welchen Bedingungen ein Wechsel der Garantiestufe oder eine Anpassung des Anlageprodukts während der Ansparphase möglich ist, hängt von den jeweiligen Vertragsbedingungen der Anbieter ab. Grundsätzlich sieht das Reformgesetz flexiblere Wechselmöglichkeiten vor.
Welche Obergrenze gilt für die Kosten bei geförderten Altersvorsorgeprodukten?
Für das gesetzlich definierte Standardprodukt ist die durchschnittliche jährliche Minderung der Rendite durch Kosten (die sogenannten Effektivkosten) auf maximal 1,0 Prozent begrenzt. Dies schützt Anleger vor überhöhten Gebühren.

Quellen

  1. [1]ergo.de
  2. [2]handelsblatt.com
  3. [3]handelsblatt.com
  4. [4]ergo.de
  5. [5]handelsblatt.com
  6. [6]handelsblatt.com
  7. [7]handelsblatt.com
  8. [8]bundesfinanzministerium.de
  9. [9]handelsblatt.com
  10. [10]ergo.de
  11. [11]ergo.de
  12. [12]ergo.de
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