Wann ist ein ETF-Sparplan besser als das Altersvorsorgedepot?

AVD oder ETF-Sparplan – was rechnet sich mehr?
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Wann die Flexibilität die staatliche Förderung schlägt
Ein ungeförderter ETF-Sparplan ist dann besser als das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot, wenn Sie maximale Flexibilität benötigen. Das Kapital bleibt jederzeit verfügbar, ist nicht bis zum gesetzlichen Renteneintritt gebunden und unterliegt bei vorzeitiger Verfügung keinerlei steuerlichen Strafen oder Rückzahlungen von staatlichen Zulagen. Auch wer keinen oder nur einen geringen staatlichen Förderanspruch besitzt, kurzfristigere Sparziele verfolgt oder die spätere Auszahlungsphase komplett selbst steuern möchte, fährt mit einem freien ETF-Sparplan meist besser[1]. Während das geförderte Altersvorsorgedepot ab 2027 primär auf das langfristige Ziel des Ruhestands ausgerichtet ist, steht beim herkömmlichen Sparplan die absolute finanzielle Selbstbestimmung im Vordergrund.
Die Prämisse des freien ETF-Sparplans beruht auf reiner Eigenverantwortung. Sie verzichten bewusst auf staatliche Zulagen von bis zu 540 Euro pro Jahr, entgehen dafür jedoch den strengen gesetzlichen Rahmenbedingungen des Altersvorsorgedepots[2]. Wer beispielsweise vor dem 65. Lebensjahr an sein Geld gelangen muss, etwa für eine Immobilienfinanzierung oder eine berufliche Auszeit, sieht sich beim Altersvorsorgedepot mit einer schädlichen Verwendung konfrontiert, die zum Verlust aller Förderungen führt. Im Gegensatz dazu erlaubt ein freies Depot bei einem Neobroker den jederzeitigen, kostenfreien Verkauf von Anteilen. Für Selbstentscheider, die ihre Finanzen ohne staatliche Fesseln strukturieren wollen, ist diese Ungebundenheit ein entscheidendes Kriterium. Nutzen Sie das Vorsorgewissen Informationsportal, um die detaillierten rechtlichen Regelungen zu vergleichen.
| Szenario | Vorteil freier ETF-Sparplan | Einschränkung Altersvorsorgedepot |
|---|---|---|
| Kurzfristige Ziele | Freie Verfügbarkeit ohne Zulagenverlust | Mittel sind bis zum 65. Lebensjahr gebunden |
| Geringe Förderung | Volle Broker- und Fondsauswahl ohne Hürden | Regulatorische Einschränkungen bleiben bestehen |
| Flexible Raten | Sparraten können jederzeit angepasst werden | Mindesteigenbeitrag für volle Zulage nötig |
Um eine fundierte Entscheidung zwischen staatlicher Förderung und freier Flexibilität zu treffen, sollten Sie die finanziellen Auswirkungen individuell kalkulieren. Der Förderrechner Altersvorsorgedepot hilft Ihnen dabei, die mögliche Förderhöhe und das voraussichtliche Endkapital exakt zu ermitteln. Wenn sich zeigt, dass Ihr persönlicher Förderanspruch gering ist, überwiegen die Vorteile eines freien ETF-Sparplans in der Regel deutlich. Alle Berechnungen auf unserem Portal dienen der Orientierung und sind mathematisch fundiert, stellen jedoch keine Anlageberatung im Sinne des Paragraphen 1 Absatz 1a Nummer 1a KWG dar. Letztlich bestimmen Ihre persönliche Lebensplanung und Ihr Sicherheitsbedürfnis, welcher Weg für Sie der richtige ist.
Die Gefahr der förderschädlichen Verwendung
Die staatliche Förderung des neuen Altersvorsorgedepots ist an strenge gesetzliche Bedingungen gekoppelt. Wenn Sie das angesparte Kapital vor dem Erreichen der gesetzlich definierten Altersgrenze - in der Regel das 65. Lebensjahr - entnehmen oder zweckentfremden, liegt eine sogenannte förderschädliche Verwendung vor[3]. Dies hat gravierende finanzielle Konsequenzen, die das geförderte Depot im Nachhinein zur Kostenfalle machen können, wenn unerwartete Lebensereignisse Sie zu einer vorzeitigen Kündigung zwingen.
Im Fall einer solchen Zweckentfremdung fordert der Staat sämtliche gewährten Zulagen sowie alle erhaltenen Steuerermäßigungen rückwirkend in voller Höhe zurück[4]. Zudem müssen Sie die im Depot erwirtschafteten Erträge bei einer schädlichen Verwendung voll als persönliches Einkommen versteuern, wodurch der steuerliche Zinseszins-Effekt der Ansparphase nachträglich entfällt. Für Selbstentscheider, die maximale Flexibilität und finanzielle Unabhängigkeit schätzen, ist ein freier ETF-Sparplan daher oft die überlegene Wahl. Er garantiert eine uneingeschränkte Kapitalverfügbarkeit ohne jegliche bürokratische Hürden oder finanzielle Rückabwicklungen.
| Szenario / Absicht | Freier ETF-Sparplan | Gefördertes Altersvorsorgedepot |
|---|---|---|
| Entnahme vor dem 65. Lebensjahr | Jederzeit kostenfrei und ohne Abzüge möglich | Vollständige Rückzahlung aller Zulagen und Steuervorteile |
| Zweck des Vermögensaufbaus | Flexibel für Immobilien, Selbstständigkeit oder Notfälle | Strikte Zweckbindung ausschließlich für die Altersvorsorge |
| Steuerliche Behandlung bei Abhebung | Reguläre Abgeltungsteuer auf realisierte Gewinne | Nachversteuerung aller Erträge als persönliches Einkommen |
Bevor Sie sich langfristig an ein staatlich gefördertes Produkt binden, sollten Sie genau prüfen, wie hoch Ihr individueller Förderanspruch tatsächlich ausfällt. Mit unserem quellenbasierten Förderrechner Altersvorsorgedepot können Sie Ihre staatliche Förderung präzise berechnen und sie transparent der Flexibilität eines ungeförderten ETF-Sparplans gegenüberstellen. Detaillierte Leitfäden zur Reform finden Sie zudem in unserem Vorsorgewissen Informationsportal.
Hinweis: Die dargestellten Szenarien und steuerlichen Vergleiche dienen der Veranschaulichung. Keine Anlageberatung i.S.d. § 1 Abs. 1a Nr. 1a KWG.
Verfügbarkeit vor dem 65. Lebensjahr: Kapital ohne Sperrfrist
Bei der langfristigen Altersvorsorge stehen sich zwei grundlegende Philosophien gegenüber: die staatlich geförderte Absicherung und die persönliche finanzielle Freiheit. Ein freier ETF-Sparplan bietet Ihnen eine uneingeschränkte Flexibilität, die das neue Altersvorsorgedepot konstruktionsbedingt nicht abbilden kann. Während das geförderte Depot primär darauf ausgelegt ist, das Kapital bis zum Rentenbeginn zu binden, bleibt Ihr Geld beim klassischen Wertpapiersparen über einen Neobroker in jeder Lebenslage frei verfügbar.
Wann die sofortige Liquidität die staatliche Förderung übertrifft
Das Altersvorsorgedepot verlangt für den Erhalt der steuerlichen Vorteile und Zulagen eine strikte Disziplin: Eine Entnahme vor dem vollendeten 65. Lebensjahr gilt als förderschädliche Verwendung. In diesem Fall müssen sämtliche erhaltenen Steuervorteile und staatlichen Zulagen an den Fiskus zurückgezahlt werden, was die Rentabilität nachträglich erheblich mindert[5]. Für Selbstentscheider, die Flexibilität schätzen, ist der freie ETF-Sparplan daher oft die bessere Wahl. Ob für die Anzahlung einer Immobilie, die Finanzierung einer beruflichen Selbstständigkeit oder im Erbfall: Ihr Kapital unterliegt beim Neobroker keinerlei Sperrfristen und kann steuerlich regulär entnommen oder ohne bürokratische Hürden an die Hinterbliebenen vererbt werden.
| Lebenssituation | Freier ETF-Sparplan | Altersvorsorgedepot (AVD) |
|---|---|---|
| Immobilienkauf vor 65 | Jederzeitiger Zugriff auf das Guthaben als Eigenkapital | Auszahlung ist förderschädlich und mindert die Rendite |
| Berufliche Selbstständigkeit | Kapital steht sofort als Liquiditätsreserve zur Verfügung | Geld bleibt bis zur Altersgrenze blockiert oder mit Verlusten belegt |
| Vererbung im Todesfall | Übertragung an Erben ohne staatliche Rückforderungsansprüche | Strenge steuerliche Regelungen und Rückforderung der Zulagen |
Um abzuwägen, ob die staatliche Förderung die Nachteile der Sperrfrist in Ihrer persönlichen Situation ausgleichen kann, empfiehlt sich ein präziser Vergleich. Nutzen Sie dafür den Förderrechner Altersvorsorgedepot oder informieren Sie sich umfassend im Vorsorgewissen Informationsportal. Bitte beachten Sie, dass diese Szenarien illustrative Beispiele sind und keine Anlageberatung im Sinne des § 1 Abs. 1a Nr. 1a KWG darstellen.
Fehlender Förderanspruch: Wenn die Zulagen ohnehin ausbleiben
Ein staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot ist nicht für jeden Sparer der mathematisch sinnvollste Weg. Während Familien mit Kindern von erheblichen Zulagen profitieren, schrumpft der finanzielle Vorteil für Gutverdiener ohne Nachkommen deutlich zusammen. Die staatliche Grundzulage beträgt maximal 540 Euro pro Jahr und ist an eine strikte Eigenleistung gekoppelt, die ab einer Einzahlung von 1.800 Euro gedeckelt ist. Wer monatlich größere Beträge investieren möchte, stößt bei der geförderten Variante schnell an gesetzliche Grenzen. Ein ungeförderter, flexibler ETF-Sparplan hingegen erlaubt es Ihnen, unbegrenzt Kapital anzulegen und dieses jederzeit ohne steuerliche Strafen oder eine förderschädliche Verwendung aufzulösen.
Wann der freie ETF-Sparplan mathematisch dominiert
Wenn Sie monatliche Sparraten weit über dem Förderlimit anstreben, verliert die staatliche Zulage an relativem Gewicht. Im Rahmen der Reform wird die geförderte jährliche Einzahlung auf einen Höchstbetrag von 6.840 Euro begrenzt, wobei die Zulagenförderung selbst bereits bei 1.800 Euro gedeckelt bleibt[3]. Für einkommensstarke Selbstentscheider, die hohe Summen investieren möchten, relativiert sich der staatliche Zuschuss durch die spätere nachgelagerte Besteuerung in der Auszahlungsphase. Mit dem quellenbasierten Förderrechner Altersvorsorgedepot können Sie verschiedene Sparwege für Ihre persönliche Situation neutral vergleichen. Ohne staatliche Förderung entfällt zudem das Risiko einer sogenannten förderschädlichen Verwendung, falls Sie vor dem 65. Lebensjahr auf Ihr Kapital zugreifen wollen.
| Ihre persönliche Situation | Wahl des ETF-Sparplans | Vorteil gegenüber dem Altersvorsorgedepot |
|---|---|---|
| Kein oder geringer Förderanspruch (z. B. kinderlose Gutverdiener) | Freier ETF-Sparplan | Keine Rentenbindung, unbegrenzte Sparraten möglich |
| Geplante Entnahmen vor dem 65. Lebensjahr | Freier ETF-Sparplan | Keine förderschädliche Verwendung oder Rückzahlung von Zulagen |
| Flexibler Vermögensaufbau ohne staatliche Vorgaben | Freier ETF-Sparplan | Volle Kontrolle über Entnahmestrategie und Brokerwahl |
Hinweis: Die dargestellten Szenarien dienen der allgemeinen Orientierung und stellen keine Anlageberatung im Sinne des § 1 Abs. 1a Nr. 1a KWG dar.
Steuervorteile im Alter: Abgeltungssteuer vs. Einkommensteuer
Die Besteuerung entscheidet maßgeblich über die Nettorendite Ihrer Kapitalanlage. Während ein freier ETF-Sparplan der Abgeltungssteuer unterliegt, greift beim geförderten Altersvorsorgedepot das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. Das bedeutet: Während der Ansparphase bleiben alle Gewinne und Dividenden im Depot steuerfrei, sodass kein Steuerabzug Ihre Rendite schmälert[3]. Erst im Ruhestand müssen Sie die Auszahlungen mit Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz versteuern. Wenn Sie als Selbstentscheider im Alter einen niedrigeren Steuersatz haben als im Erwerbsleben, kann diese steuerliche Verschiebung vorteilhaft sein.
Der steuerliche Vorteil des freien ETF-Sparplans
Im Gegensatz dazu bietet der freie ETF-Sparplan eine gänzlich andere Steuerstruktur. Kapitalerträge aus Aktien-ETFs profitieren hier von einer Teilfreistellung von 30 Prozent. Nur die verbleibenden 70 Prozent der Erträge werden mit der Abgeltungssteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer belastet. Dies führt zu einem effektiven Steuersatz von rund 18,46 Prozent auf Fondsebene. Wenn Ihr persönlicher Einkommensteuersatz im Alter über diesem Wert liegt, kann der freie ETF-Sparplan steuerlich attraktiver sein. Das gilt besonders dann, wenn Sie die Auszahlungen flexibel und eigenständig steuern wollen, ohne an feste Auszahlungspläne gebunden zu sein.
| Kriterium | Freier ETF-Sparplan | Altersvorsorgedepot (AVD) |
|---|---|---|
| Steuer in der Sparphase | Abgeltungssteuer und Vorabpauschale | Steuerfrei ohne Steuerabzug |
| Steuersatz im Alter | Abgeltungssteuer (ca. 18,46 Prozent) | Persönlicher Einkommensteuersatz |
| Teilfreistellung für Aktien | Ja (30 Prozent) | Nein |
| Kapitalverfügbarkeit | Jederzeit steuerlich unschädlich | Erst ab dem Renteneintritt |
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Altersvorsorgedepot zwar durch steuerfreies Wachstum in der Ansparphase punktet, die nachgelagerte Vollbesteuerung im Alter jedoch einen wesentlichen Kostenfaktor darstellt. Ein genauer Vergleich mit dem Förderrechner Altersvorsorgedepot zeigt Ihnen, wie sich die unterschiedlichen Steuermodelle auf Ihr individuelles Endkapital auswirken. Keine Anlageberatung i.S.d. § 1 Abs. 1a Nr. 1a KWG.
Kostenstruktur: Neobroker-Konditionen vs. 1-Prozent-Deckel
Der gesetzliche Entwurf für das neue Altersvorsorgedepot sieht für das zertifizierte Standardprodukt einen Kostendeckel von maximal 1 Prozent Effektivkosten pro Jahr vor[6]. Während diese Grenze im Vergleich zu klassischen, oft intransparenten privaten Rentenversicherungen einen deutlichen Fortschritt darstellt, bleibt sie für kostenbewusste Anleger über Jahrzehnte hinweg eine spürbare Renditebremse. Wer seine private Altersvorsorge eigenständig und rational in die Hand nimmt, vergleicht diese gesetzliche Obergrenze unweigerlich mit den realen Konditionen moderner Online-Broker. Bei einem freien ETF-Sparplan entfallen Depotgebühren und Orderkosten meist vollständig, was die laufenden Kostenbelastungen auf ein absolutes Minimum reduziert.
Ein klassischer ETF-Sparplan bei einem günstigen Neobroker verursacht in der Praxis heute kaum noch nennenswerte Nebenkosten. Die Ausführungsgebühren liegen oft dauerhaft bei null Euro und die laufenden Verwaltungskosten der ETFs (Total Expense Ratio, kurz TER) bewegen sich bei gängigen Welt-Aktienindizes meist zwischen 0,05 und 0,20 Prozent pro Jahr[6]. Im direkten Vergleich zu einem geförderten Altersvorsorgedepot, das den gesetzlich verankerten Rahmen von 1 Prozent voll ausschöpft oder sich im marktüblichen Bereich von 0,5 Prozent p.a. bewegt, spart ein freier Sparplan jährlich bis zu 0,8 Prozentpunkte an Gebühren. Diese Differenz entfaltet über lange Sparphasen durch den Zinseszinseffekt eine enorme Hebelwirkung auf Ihr Endkapital.
| Kriterium | Altersvorsorgedepot (Standard) | Freier ETF-Sparplan |
|---|---|---|
| Gesetzlicher Kostendeckel | Maximal 1,0 Prozent p.a. | Keine gesetzliche Obergrenze |
| Typische Gesamtkosten | ca. 0,5 bis 1,0 Prozent p.a. | ca. 0,1 bis 0,2 Prozent p.a. (nur TER) |
| Transaktionsgebühren | Abhängig vom Depotanbieter | Meist kostenfreie Sparplanausführung |
Aufgrund dieses Zinseszinseffekts summieren sich die jährlich eingesparten Gebühren über ein Erwerbsleben von 30 oder 40 Jahren schnell zu fünfstelligen Beträgen auf. Wenn Sie als Anleger keinen oder nur einen geringen staatlichen Förderanspruch besitzen, kann die jährliche Kostenersparnis beim Neobroker den rein rechnerischen Vorteil der staatlichen Zulagen vollständig aufwiegen. Das gilt besonders für Selbstentscheider, die keine Kinderzulagen erhalten und die volle finanzielle Flexibilität ohne einschränkende Sperrfristen oder steuerlich schädliche Verwendungen bevorzugen. Um quellenbasiert zu prüfen, welcher Weg für Ihre persönliche Situation finanziell überlegen ist, hilft ein detaillierter Vergleich mit dem Förderrechner Altersvorsorgedepot auf dem neutralen Portal Vorsorgedepot-Lotse.
Tabelle: In welchen Lebenssituationen der ETF-Sparplan gewinnt
Während das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot (AVD) ab 2027 eine attraktive Renditechance bietet, ist ein freier, ungeförderter ETF-Sparplan in vielen Lebenslagen die bessere Wahl. Der entscheidende Faktor ist die Flexibilität: Beim Altersvorsorgedepot führt eine vorzeitige Entnahme vor dem vollendeten 65. Lebensjahr in der Regel zu einer förderschädlichen Verwendung, bei der erhaltene Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden müssen[1]. Wenn Sie Ihr Kapital für mittelfristige Ziele benötigen oder finanzielle Unabhängigkeit vor dem Rentenalter anstreben, bietet der klassische ETF-Sparplan ungehinderten Zugriff ohne steuerliche Strafen.
| Lebenssituation / Ziel | Freier ETF-Sparplan | Altersvorsorgedepot (AVD) |
|---|---|---|
| Immobilienkauf in 5-10 Jahren | Ideal: Kapital ist jederzeit flexibel und ohne Abzüge entnehmbar. | Ungeeignet: Entnahme vor der Rente ist förderschädlich und teuer. |
| Unregelmäßiges Einkommen | Sehr gut: Raten können jederzeit pausiert oder beliebig angepasst werden. | Eingeschränkt: Förderung erfordert meist Mindesteinzahlungen. |
| Frühruhestand (z. B. vor 60) | Perfekt: Unbegrenzter Zugriff auf das gesamte Depotvermögen. | Ungeeignet: Zugriff erst ab Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze sinnvoll. |
| Geringer Förderanspruch | Sinnvoll: Keine staatliche Bindung bei minimalem Fördernachteil. | Wenig attraktiv: Vorteile wiegen die starren Regeln kaum auf. |
Für die strategische Entscheidung sollten Sie Ihren persönlichen Anlagehorizont und Ihren Liquiditätsbedarf genau abgleichen. Wenn Sie als Selbstentscheider die volle Kontrolle behalten wollen und die staatliche Förderung Ihre Renditeerwartung nach Steuern nicht signifikant steigert, gewinnt der freie ETF-Sparplan. In unserem Vorsorgewissen Informationsportal analysieren wir diese Abwägung im Detail. Zudem können Sie mit dem Förderrechner Altersvorsorgedepot simulieren, ob die staatlichen Zulagen die Einschränkung Ihrer finanziellen Freiheit in Ihrer spezifischen Situation kompensieren. Bitte beachten Sie: Vergleiche dienen der Veranschaulichung und sind keine Anlageberatung i.S.d. § 1 Abs. 1a Nr. 1a KWG.
Fazit: ETF-Sparplan und Altersvorsorgedepot richtig kombinieren
Die Entscheidung zwischen einem freien ETF-Sparplan und dem neuen, staatlich geförderten Altersvorsorgedepot muss keineswegs eine reine Entweder-oder-Frage sein. Gerade für Selbstentscheider liegt der strategische Schlüssel oft in einer intelligenten und komplementären Kombination beider Modelle. Während das Altersvorsorgedepot ab dem Startjahr 2027 durch staatliche Zulagen und steuerliche Vorteile eine erhebliche Renditebrücke für Ihr langfristiges Altersvorsorgeziel schlägt, sichert Ihnen der ungeförderte ETF-Sparplan die tägliche Liquidität und uneingeschränkte Handlungsfreiheit. Wer die jeweiligen Stärken beider Anlageformen gezielt miteinander verknüpft, baut sich ein robustes, zweigeteiltes Vermögensfundament auf, das sowohl für unvorhergesehene Lebensereignisse vor dem Ruhestand als auch für die Zeit danach optimal aufgestellt ist.
- Staatliche Förderung ausschöpfen: Nutzen Sie das Altersvorsorgedepot bis zum jährlichen Höchstbetrag von 1.800 Euro an Eigenbeiträgen inklusive Zulagen, um die maximale staatliche Unterstützung voll auszuschöpfen[3]. Diese Grenze gilt im BMF-Entwurf zur Reform der privaten Altersvorsorge als optimaler Förderrahmen.
- Flexibilität über Überschüsse wahren: Alle monatlichen Sparraten, die über diesen staatlich geförderten Höchstbetrag hinausgehen, leiten Sie direkt in einen freien ETF-Sparplan um. So bleibt dieser Kapitalanteil vollständig liquide, frei von staatlichen Sperrfristen und geschützt vor den Nachteilen einer förderschädlichen Verwendung.
- Zielgerichtete Anlagestruktur aufbauen: Nutzen Sie das zweckgebundene Altersvorsorgedepot ausschließlich für Ihre Kernvorsorge im Alter und den flexiblen Sparplan für mittelfristige Lebensziele, wie den Immobilienkauf, berufliche Veränderungen oder als unkomplizierten Notgroschen.
Um Ihre persönliche Förderung, das voraussichtliche Endkapital und die exakte Kostenwirkung im Detail zu ermitteln, steht Ihnen unser hauseigener Förderrechner Altersvorsorgedepot zur Verfügung. Mit diesem interaktiven, quellenbasierten Berechnungstool vergleichen Sie verschiedene Sparszenarien für Ihren individuellen Lebensweg. Falls Sie bei der Strukturierung Ihrer Altersvorsorge Unterstützung benötigen, zeigt das Portal Vorsorgedepot-Lotse über das Vorsorgewissen Informationsportal zwei gleichwertige Entscheidungswege auf: Sie können Ihr Altersvorsorgedepot eigenständig über einen Onlinebroker verwalten oder sich über unsere Unabhängige Beratungsvermittlung an lizenzierte Experten wenden, die Sie persönlich begleiten. Keine Anlageberatung i.S.d. § 1 Abs. 1a Nr. 1a KWG.
Häufig gestellte Fragen
- Was passiert, wenn ich vor der Rente an das Geld aus dem Altersvorsorgedepot muss?
- Entnehmen Sie vor dem Rentenalter (in der Regel ab 65 Jahren) Kapital aus dem Altersvorsorgedepot, gilt dies als förderschädliche Verwendung. Sie müssen dann alle erhaltenen staatlichen Zulagen und Steuervorteile vollständig an den Staat zurückzahlen. Ein freier ETF-Sparplan erlaubt hingegen jederzeit Auszahlungen ohne derartige Strafen.
- Wie werden Gewinne aus einem regulären ETF-Sparplan versteuert?
- Gewinne aus einem reinen ETF-Sparplan unterliegen der Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag. Investieren Sie in Aktien-ETFs, bleiben durch die sogenannte Teilfreistellung sogar 30 Prozent der Erträge komplett steuerfrei. Im Gegensatz dazu wird das Altersvorsorgedepot in der Auszahlungsphase mit dem persönlichen Einkommensteuersatz voll versteuert.
- Für wen lohnt sich der ETF-Sparplan mehr als das Altersvorsorgedepot?
- Ein ETF-Sparplan ist ideal für Selbstentscheider, die flexibel bleiben wollen. Er ist besser für Sparziele vor dem Rentenalter, für Menschen ohne Anspruch auf Zulagen und für diejenigen, die höhere Einzahlungen als die geförderten 1.800 Euro pro Jahr planen. Wer sein Kapital später vererben oder vorzeitig für eine Immobilie nutzen möchte, fährt ungefördert meist sicherer.
- Zahle ich beim freien ETF-Sparplan höhere Gebühren als im AVD?
- Nein, oft ist das Gegenteil der Fall. Das Altersvorsorgedepot hat zwar einen geplanten Kostendeckel von 1 Prozent pro Jahr, doch viele freie Neobroker bieten ETF-Sparpläne bereits mit minimalen Ordergebühren und Produktkosten von rund 0,2 Prozent an. Langfristig können diese geringeren Kosten die fehlende staatliche Förderung bei der Gesamtrendite teilweise kompensieren.
- Kann ich einen ETF-Sparplan und ein Altersvorsorgedepot gleichzeitig nutzen?
- Ja, diese Kombination ist für viele Sparer sogar der optimale Weg. Sie können die staatlichen Zulagen bis zum geförderten Höchstbetrag von 1.800 Euro im Altersvorsorgedepot mitnehmen und jeden weiteren Euro in einen ungeförderten, hochflexiblen ETF-Sparplan investieren. Den genauen Break-even berechnen Sie transparent mit dem Förderrechner Altersvorsorgedepot.
Quellen
AVD oder ETF-Sparplan – was rechnet sich mehr?
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