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Lohnt sich das Altersvorsorgedepot überhaupt?

Porträtfoto von Tilman Freyenhagen, Geschäftsführer und Gesellschafter der Alsterspree Verlag GmbH

Aktualisiert am · Geschäftsführer & Gesellschafter der Alsterspree Verlag GmbH

Eine schematische Darstellung eines Sparers vor einem digitalen Altersvorsorgedepot-Rechner mit Visualisierung von staatlichen Zulagen und einem ansteigenden ETF-Wachstumsdiagramm.

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1. Der Kern der Reform: Was ist das Altersvorsorgedepot?

Für die meisten Sparer in Deutschland lohnt sich das neue Altersvorsorgedepot, da staatliche Zulagen und steuerliche Erleichterungen die langfristige Nettorendite spürbar steigern können. Ob sich das Depot in Ihrer persönlichen Situation finanziell auszahlt, hängt jedoch von individuellen Parametern wie Ihrem Steuersatz und der verbleibenden Laufzeit ab. Mit dem Förderrechner Altersvorsorgedepot können Sie diese Effekte präzise simulieren.

Das im Zuge der Reform der privaten Altersvorsorge ab dem 1. Januar 2027 eingeführte Altersvorsorgedepot löst das bisherige Riester-System im Neugeschäft ab[1]. Das neue Modell bricht mit alten Hürden: Die bisher verpflichtende, aber renditeschädliche 100-Prozent-Beitragsgarantie entfällt. Dadurch können Sparer ihre geförderten Beiträge vollständig in renditestarke Anlageklassen wie ETFs investieren. Die Besteuerung der Erträge wird in die Auszahlungsphase verlagert, was während der Ansparphase einen erheblichen Zinseszins-Effekt ermöglicht.

  • Wegfall der starren Garantiepflicht: Anbieter müssen keine vollständige Beitragsgarantie mehr zusichern, sodass das Kapital profitabler in Aktien und ETFs investiert werden kann.
  • Flexible Produktauswahl: Sparer können aus zertifizierten Fondsprodukten wählen und ihr Portfolio nach eigenen Vorstellungen gestalten.
  • Steuerliche Förderung und Zulagen: Beitragszahlungen können steuerlich geltend gemacht werden, ergänzt durch direkte staatliche Zulagen für Familien und Geringverdiener.
  • Nachgelagerte Besteuerung: Gewinne und Dividenden bleiben in der Ansparphase steuerfrei und werden erst bei der Auszahlung im Alter versteuert.

Diese grundlegenden Anpassungen machen die geförderte Altersvorsorge in Deutschland erstmals für eine breite Masse an Privatanlegern und Selbstständigen hochgradig attraktiv. Wenn Sie eine fundierte Orientierung auf Basis gesicherter Fakten suchen, bietet Ihnen das Vorsorgewissen Informationsportal tiefgehende Analysen. Für eine individuelle Einschätzung steht Ihnen zudem eine professionelle Beratung zur Verfügung, die Sie unkompliziert in Anspruch nehmen können. Bitte beachten Sie: Modellrechnungen dienen der Veranschaulichung und stellen keine Anlageberatung im Sinne des KWG dar.

2. Staatliche Zulagen: So sichern Sie sich die maximale Förderung

Das neue Altersvorsorgedepot ab dem 1. Januar 2027 reformiert die staatliche Förderung der privaten Altersvorsorge in Deutschland grundlegend. Anstelle der alten Riester-Regeln tritt ein transparentes, zweistufiges Zulagensystem, das direkt an Ihre eigenen Beiträge gekoppelt ist. Um die maximale Grundzulage von 540 Euro pro Jahr zu erhalten, müssen Sie im Laufe des Kalenderjahres entsprechende eigene Einzahlungen leisten, wobei der Staat Ihre Sparleistungen prozentual bezuschusst. Diese gesetzliche Neuregelung zielt darauf ab, die staatlich unterstützte Altersvorsorge für breite Bevölkerungsschichten zugänglicher und verständlicher zu gestalten[2].

Der Mechanismus der Grundförderung teilt sich in zwei klar definierte Stufen auf. In der ersten Stufe erhalten Sparer eine besonders attraktive Förderquote von 50 Prozent auf die ersten 360 Euro der geleisteten Eigenbeiträge, was einer Zulage von bis zu 180 Euro entspricht. In der zweiten Stufe greift eine Zulagenhöhe von 25 Prozent für alle darüber hinausgehenden Einzahlungen. Um die volle Grundzulage von 540 Euro auszuschöpfen, ist somit ein jährlicher Eigenbeitrag von insgesamt 1.800 Euro erforderlich. Ergänzend können anspruchsberechtigte Personen weitere Zulagen wie die Kinderzulage geltend machen. In unserem Vorsorgewissen Informationsportal bereiten wir alle rechtlichen Rahmenbedingungen neutral für Sie auf. Um die genauen Auswirkungen dieser Zulagenstufen auf Ihre persönliche Rentenplanung mathematisch präzise zu ermitteln, steht Ihnen unser digitaler Förderrechner Altersvorsorgedepot zur Verfügung.

FörderstufeEigenbeitrag pro JahrFörderquoteStaatliche Zulage
Stufe 1Die ersten 360 Euro50 ProzentBis zu 180 Euro
Stufe 2Weitere 1.440 Euro25 ProzentBis zu 360 Euro
Gesamt1.800 EuroMischquoteMaximale Grundzulage von 540 Euro

Bitte beachten Sie, dass es sich bei diesen Berechnungen und Projektionen um illustrative Darstellungen handelt, die auf dem aktuellen gesetzlichen Entwurfsstand basieren. Diese Angaben stellen keine Anlageberatung im Sinne des Paragraphen 1 Absatz 1a Nummer 1a des Kreditwesengesetzes dar. Für eine detaillierte Auswertung Ihrer individuellen Situation können Sie neben den digitalen Werkzeugen auch unsere Unabhängige Beratungsvermittlung in Anspruch nehmen, um sich von qualifizierten Experten persönlich begleiten zu lassen.

3. Der Steuervorteil: Wie sich das Depot in der Ansparphase rechnet

Neben den direkten staatlichen Zulagen bietet das neue Altersvorsorgedepot erhebliche Steuervorteile, die die langfristige Rendite spürbar erhöhen können. In der Einkommensteuererklärung können Sie Ihre geleisteten Beiträge inklusive der erhaltenen Zulagen als Sonderausgaben geltend machen[3]. Das Finanzamt führt dabei automatisch eine sogenannte Günstigerprüfung durch. Ist der Steuervorteil durch den Sonderausgabenabzug höher als die Ihnen zustehende Zulage, erstattet das Finanzamt die Differenz direkt mit Ihrem Steuerbescheid. So mindern Ihre Einzahlungen unmittelbar das zu versteuernde Einkommen und führen bei einem höheren Steuersatz zu einer spürbaren Steuerersparnis.

Ein weiterer zentraler Hebel für den Vermögensaufbau ist die Steuerfreiheit während der jahrzehntelangen Ansparphase. Im Gegensatz zu einem regulären, ungeförderten Wertpapierdepot fällt im Altersvorsorgedepot keine jährliche Vorabpauschale an. Zudem bleiben sämtliche Dividenden, Ausschüttungen und realisierte Kursgewinne beim Umschichten von Fondsanteilen steuerfrei[3]. Das bedeutet, dass der Zinseszinseffekt ohne jeglichen steuerlichen Abzug wirken kann. Jeder Euro an Rendite verbleibt vollständig im Depot und wird direkt wieder reinvestiert, was über einen langen Anlagehorizont einen massiven Unterschied ausmacht.

Steuerlicher AspektAltersvorsorgedepot (gefördert)Normaler ETF-Sparplan (ungefördert)
SonderausgabenabzugBeiträge plus Zulagen steuerlich absetzbarNicht steuerlich absetzbar
Abgeltungsteuer und VorabpauschaleSteuerfrei in der AnsparphaseJährlich zu versteuern
Steuer auf UmschichtungenVollständig steuerfreiGewinne sofort steuerpflichtig

Dieses Prinzip entspricht der steuerlichen Gleichbehandlung mit klassischen Vorsorgewegen, jedoch mit der Flexibilität einer ETF-Anlage. Erst im Ruhestand, also ab dem vollendeten 65. Lebensjahr, erfolgt die nachgelagerte Besteuerung mit Ihrem dann gültigen persönlichen Einkommensteuersatz[3]. Um genau zu kalkulieren, wie stark sich dieser Steueraufschub in Ihrem individuellen Fall auswirkt und welches Endkapital Sie erwarten können, empfiehlt sich die Nutzung des digitalen Tools Förderrechner Altersvorsorgedepot. Bitte beachten Sie, dass alle genannten steuerlichen Rahmenbedingungen dem aktuellen Gesetzgebungsverfahren unterliegen und diese Berechnungen rein illustrativ sind. Keine Anlageberatung im Sinne des § 1 Abs. 1a Nr. 1a KWG.

4. Für wen lohnt sich das Altersvorsorgedepot besonders?

Die wirtschaftliche Attraktivität des neuen Altersvorsorgedepots (AVD) hängt maßgeblich von Ihrer persönlichen Lebensphase, Ihrem Einkommen und Ihrer familiären Situation ab. Nach den aktuellen Plänen des Bundesministeriums der Finanzen stellt dieses Depot eine grundlegende Modernisierung der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge dar[2]. Durch die Kombination aus steuerlicher Entlastung in der Sparphase und direkten staatlichen Zulagen kann sich gegenüber ungeförderten Sparformen ein spürbarer Renditevorteil ergeben, der sich über die Jahrzehnte der Ansparzeit summiert.

ZielgruppeWann es sich besonders lohntWann es sich weniger lohnt
Familien mit KindernDurch die jährliche Kinderzulage von 300 Euro je Kind wird die eigene Sparrate extrem gehebelt.Wenn keine Kinder vorhanden sind und der persönliche Steuersatz sehr gering ist.
BerufseinsteigerJunge Sparer unter 25 Jahren erhalten einen einmaligen Bonus von 200 Euro und nutzen die maximale Laufzeit.Bei einer sehr kurzen Restlaufzeit bis zur Rente, da der Zinseszins seine Wirkung kaum entfalten kann.
SelbstständigeErstmals erhalten nicht rentenversicherungspflichtige Selbstständige direkten Zugang zur Förderung.Wenn die Liquidität vollständig im eigenen Unternehmen gebunden bleiben muss.

Zu den klaren Gewinnergruppen zählen somit junge Familien, die durch den Anspruch auf die Kinderzulage von bis zu 300 Euro pro Kind eine erhebliche und renditewirksame staatliche Unterstützung erhalten[2]. Ebenso profitieren Berufseinsteiger unter 25 Jahren von einem einmaligen staatlichen Sonderbonus in Höhe von 200 Euro, der direkt im Depot angelegt wird und vom Zinseszinseffekt profitiert. Für Selbstständige ohne gesetzliche Rentenversicherungspflicht schließt sich ab dem Start im Jahr 2027 eine historische Versorgungslücke, da sie erstmals vollen Zugang zur staatlichen Förderung für eine marktnahe, flexible Fondsanlage erhalten.

Ob sich der Einstieg oder ein Wechsel für Sie wirtschaftlich auszahlt, lässt sich pauschal nicht beantworten. Mit dem Förderrechner Altersvorsorgedepot können Sie Ihre individuellen Daten eingeben und die Förderquote präzise ermitteln. Für eine detaillierte und persönliche Analyse bietet Ihnen unsere Unabhängige Beratungsvermittlung den direkten Kontakt zu lizenzierten Experten. Hinweis: Alle Berechnungen und Modellierungen dienen ausschließlich der Veranschaulichung und stellen keine Anlageberatung im Sinne des § 1 Abs. 1a Nr. 1a KWG dar.

5. Wann sich das Altersvorsorgedepot eher nicht auszahlt

Obwohl die staatliche Förderung und die steuerlichen Vorteile das neue Altersvorsorgedepot ab 2027 zu einer attraktiven Option für viele Sparer machen, ist das Modell nicht für jede Lebenssituation die wirtschaftlich beste Wahl. In bestimmten Szenarien kann eine klassische, ungeförderte ETF-Anlage oder ein anderes Vorsorgeprodukt vorteilhafter sein[4]. Um eine fundierte Entscheidung zu treffen, sollten Sie die spezifischen Ausschlusskriterien und Rahmenbedingungen genau prüfen.

Drei wesentliche Faktoren können den Fördereffekt des staatlich subventionierten Depots stark einschränken oder sogar aufheben. Erstens spielt die verbleibende Ansparzeit bis zum Rentenbeginn eine entscheidende Rolle. Wenn Ihre Restlaufzeit weniger als zehn Jahre beträgt, reicht die verbleibende Zeit oft nicht aus, um die anfänglichen Einstiegshürden und eventuelle Depotgebühren durch den Zinseszins-Effekt der Förderung auszugleichen. Zweitens können überhöhte Vertriebs- oder Verwaltungsgebühren der Anbieter die staatlichen Zulagen und Steuervorteile weitgehend aufzehren. Drittens verlangt das Altersvorsorgedepot eine strikte Zweckbindung bis zum Beginn der Auszahlungsphase, die frühestens mit dem vollendeten 65. Lebensjahr startet. Wer vor diesem Zeitpunkt volle Flexibilität über das angesparte Kapital benötigt, muss bei einer förderschädlichen Entnahme mit der Rückzahlung der staatlichen Zulagen und Steuervorteile rechnen.

KriteriumAltersvorsorgedepot (gefördert)ETF-Sparplan (ungefördert)
RestlaufzeitUngeeignet bei sehr kurzer Ansparzeit unter zehn Jahren.Flexibler Einstieg und kurze Laufzeiten problemlos möglich.
AnbieterkostenNachteilig bei hohen laufenden Vertriebs- und Depotgebühren.Sehr kostengünstig durch Neobroker-Konditionen.
KapitalzugriffEingeschränkt: Eine Entnahme vor dem 65. Lebensjahr ist förderschädlich.Absolut flexibel: Jederzeitiger Verkauf und Auszahlung möglich.

Für eine verlässliche und neutrale Analyse Ihrer persönlichen Situation bietet sich eine detaillierte Berechnung an. Mit dem Förderrechner Altersvorsorgedepot können Sie die potenziellen Kostennachteile und Steuervorteile individuell gegenüberstellen und fundiert abwägen, ob sich der Wechsel für Sie lohnt. Bei komplexen Voraussetzungen hilft Ihnen zudem das Vorsorgewissen Informationsportal oder eine persönliche, unabhängige Beratung weiter, um folgenschwere Fehlentscheidungen zu vermeiden (Keine Anlageberatung i.S.d. § 1 Abs. 1a Nr. 1a KWG).

6. Die Kostenbremse: Warum die Anbietergebühren über Ihre Rendite entscheiden

Ein entscheidender Schwachpunkt herkömmlicher Riester-Versicherungen war die hohe Kostenbelastung, die staatliche Zulagen oft vollständig aufzehrte[4]. Beim neuen Altersvorsorgedepot greifen glücklicherweise strengere gesetzliche Vorgaben. Geplant ist für zertifizierte Standardprodukte eine gesetzliche Kostenobergrenze von maximal 1,0 Prozent pro Jahr. Doch auch innerhalb dieser Grenze gilt: Jeder Zehntel-Prozentpunkt, den Sie an Gebühren einsparen, fließt direkt in Ihr künftiges Vermögen.

Um die tatsächliche Förderrendite zu maximieren, sollten Sie vor allem auf zwei wesentliche Kostenfaktoren achten: die Depotgebühren und die laufenden Fondskosten. Während teure, aktiv verwaltete Fonds oft zusätzliche Ausgabeaufschläge und hohe Managementgebühren verlangen, bieten kostengünstige, breit gestreute ETFs die beste Kombination aus niedrigen Gebühren und breiter Risikostreuung. Auch die Transaktionskosten der Anbieter, wie etwa Ordergebühren oder Handelsplatzentgelte, können sich bei regelmäßigen Sparplänen spürbar summieren. Ein genauer Abgleich hilft Ihnen, diese Abzüge so gering wie möglich zu halten.

KostenartKlassische Riester-VerträgeAltersvorsorgedepot
AbschlusskostenOft mehrere tausend Euro verteilt auf die ersten SparjahreEntfallen in der Regel bei digitalen Depotanbietern
Laufende ProduktkostenHäufig 1,5 bis über 2,0 Prozent pro JahrGeplanter gesetzlicher Deckel bei maximal 1,0 Prozent pro Jahr
FondsverwaltungTeure aktive Fonds mit bis zu 1,8 Prozent GebührenKostengünstige ETFs für meist unter 0,2 Prozent pro Jahr

Wie stark sich bereits minimale Gebührenunterschiede auf Ihr voraussichtliches Endkapital auswirken, zeigt ein Blick in die Praxis. Über eine Laufzeit von 30 oder 40 Jahren kosten scheinbar geringe Gebührendifferenzen schnell fünfstellige Summen, die Ihnen im Alter fehlen. Nutzen Sie daher unseren Förderrechner Altersvorsorgedepot, um den exakten Gebühren-Impact für Ihre persönliche Situation transparent zu ermitteln. Wenn Sie verschiedene Broker und deren Konditionen vergleichen möchten, hilft Ihnen unser Kriteriengestützter Anbietervergleich dabei, die optimale und günstigste Plattform zu finden. Das Vorsorgewissen Informationsportal bietet zudem vertiefende Informationen zu allen regulatorischen Details des Gesetzes.

Bitte beachten Sie: Alle dargestellten Berechnungen und Vergleiche dienen ausschließlich der Illustration und stellen keine Finanzberatung im Sinne des Kreditwesengesetzes dar. (Keine Anlageberatung i.S.d. § 1 Abs. 1a Nr. 1a KWG.)

7. Riester wechseln oder behalten? Die Entscheidungshilfe für Bestandssparer

Ein Wechsel von einem bestehenden Riester-Vertrag in das neue Altersvorsorgedepot lohnt sich für die meisten Sparer ab 2027, wenn verbesserte Renditechancen und niedrigere Kosten die alten staatlichen Beitragsgarantien überwiegen. Für Millionen aktive Verträge stellt sich die Frage, ob das Guthaben übertragen oder der Altvertrag fortgeführt werden sollte[3]. Ein Übertrag ermöglicht Ihnen den direkten Zugang zu renditestarken Aktien-ETFs und befreit Sie von starren Vorgaben klassischer Versicherungsprodukte, erfordert jedoch den Verzicht auf bisherige Garantien.

KriteriumWechsel ins AltersvorsorgedepotFortführung des Riester-Vertrags
RenditechancenDeutlich höher durch den Verzicht auf starre Beitragsgarantien und die Anlage in weltweite Aktien-ETFsIn der Regel sehr gering, da die Anlage auf die Absicherung der eingezahlten Beiträge ausgerichtet ist
Laufende KostenSehr geringe Gebühren durch moderne Depotstrukturen und kostengünstige ETFs im StandardproduktOftmals sehr hohe jährliche Verwaltungs- und Vertriebskosten der Versicherungsgesellschaften
TransaktionsgebührenGesetzlich gedeckelt auf maximal 150 Euro in den ersten fünf Jahren, danach komplett kostenfreiEs fallen keine Wechselgebühren an, da der bestehende Vertrag unverändert weiterläuft

Bei Ihrer individuellen Abwägung sollten Sie vor allem drei Kriterien prüfen: die Bewertung der alten Garantiezinsen, die Begrenzung der Wechselkosten und die Option der Beitragsfreistellung als Alternative. Ein Wechsel profitiert von der gesetzlichen Deckelung der Wechselgebühren auf maximal 150 Euro vor dem Ablauf von fünf Jahren, danach ist der Wechsel gebührenfrei. Möchten Sie Ihre alten Garantiezinsen sichern, aber keine teuren Beiträge mehr zahlen, können Sie den Altvertrag beitragsfrei stellen und neue Beiträge direkt in das renditestarke Altersvorsorgedepot leiten.

Ob sich das Auflösen oder das Ruhenlassen Ihres Altvertrags für Sie lohnt, lässt sich mithilfe präziser Daten ermitteln. Unser interaktiver Förderrechner Altersvorsorgedepot vergleicht Ihr bestehendes Riester-Kapital direkt mit den Renditechancen des neuen Depots. Zusätzliche fachliche Orientierung erhalten Sie in unserem Vorsorgewissen Informationsportal. Bitte beachten Sie, dass alle Vergleiche und Berechnungen lediglich der Veranschaulichung dienen und keine Anlageberatung im Sinne des Paragrafen 1 Absatz 1a Nummer 1a Kreditwesengesetz (KWG) darstellen.

8. Schritt für Schritt zur fundierten Entscheidung für Ihre Altersvorsorge

Eine fundierte Entscheidung für Ihre private Altersvorsorge ab 2027 basiert auf verlässlichen Fakten und einer strukturierten Analyse Ihrer Lebenssituation[1]. Um den Übergang zur geförderten Depotvariante optimal zu gestalten, empfiehlt sich ein planvolles, schrittweises Vorgehen. Nutzen Sie zunächst das neutrale Vorsorgewissen Informationsportal, um sich ein solides Verständnis für die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen zu schaffen und bestehende Verträge wie alte Riester-Policen objektiv zu prüfen. Nur wer die Rahmenbedingungen genau kennt, kann Fehlentscheidungen vermeiden.

Im zweiten Schritt sollten Sie Ihre individuellen Ansprüche präzise quantifizieren. Mit dem Förderrechner Altersvorsorgedepot berechnen Sie die voraussichtlichen staatlichen Zulagen und die steuerlichen Effekte für Ihr persönliches Sparprofil. Auf dieser Grundlage lässt sich verlässlich ermitteln, ob sich das Depot im Vergleich zu einem herkömmlichen ETF-Sparplan für Sie rechnet. Bitte beachten Sie hierbei, dass diese Berechnungen und Modellrechnungen zur Veranschaulichung dienen und keine Anlageberatung i.S.d. § 1 Abs. 1a Nr. 1a KWG darstellen.

  • Schritt 1: Informationsaufbau und Bestandsaufnahme. Analysieren Sie Ihre aktuelle Ausgangslage und vergleichen Sie die gesetzlichen Konditionen des neuen Altersvorsorgedepots systematisch mit ungeförderten Sparformen.
  • Schritt 2: Quantitative Analyse im Detail. Ermitteln Sie im Förderrechner Altersvorsorgedepot Ihre persönliche Förderquote, mögliche Steuervorteile sowie die langfristige Kostenwirkung unterschiedlicher Anbietertarife.
  • Schritt 3: Bestimmung des passenden Entscheidungspfades. Entscheiden Sie auf Basis Ihrer eigenen Vorkenntnisse, ob Sie Ihre Kapitalanlage eigenverantwortlich im Selbststudium verwalten möchten oder eine qualifizierte Fachberatung wünschen.
  • Schritt 4: Konkrete und rechtssichere Umsetzung. Nutzen Sie das Tool Kriteriengestützter Anbietervergleich für die eigenständige Depoteröffnung bei einem Neobroker oder wählen Sie die Unabhängige Beratungsvermittlung für komplexe finanzielle Fragestellungen.

Bei uns stehen Ihnen beide Wege vollkommen gleichwertig und neutral offen. Wenn Sie über eine hohe Finanzkompetenz verfügen und Ihre Altersvorsorge eigenständig steuern möchten, führt Ihr Weg direkt zur passenden ETF-Lösung bei einem Broker. Falls Sie hingegen eine persönliche, fachliche Begleitung durch unabhängige Experten bevorzugen, stellt das Portal Vorsorgedepot-Lotse den passenden Kontakt für Sie her. So treffen Sie eine fundierte, quellenbasierte Vorsorgeentscheidung völlig ohne Zeit- oder Verkaufsdruck.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist die maximale staatliche Förderung beim Altersvorsorgedepot?
Beim neuen Altersvorsorgedepot erhalten Sie eine jährliche Grundzulage von bis zu 540 Euro. Diese setzt sich aus zwei Stufen zusammen: Auf die ersten 360 Euro Ihrer jährlichen Einzahlungen erhalten Sie eine Förderung von 50 Prozent (maximal 180 Euro). Für weitere Einzahlungen gibt es eine reduzierte Förderquote, bis das Maximum erreicht ist. Familien profitieren zusätzlich von einer Kinderzulage von bis zu 300 Euro pro Kind und Jahr, die jeden eingezahlten Euro 1:1 bezuschusst und bei einem Eigenbeitrag von 300 Euro je Kind voll ausgeschöpft ist.
Lohnt sich das Altersvorsorgedepot auch ohne Kinder?
Ja, das Altersvorsorgedepot lohnt sich auch ohne Kinder. Durch die jährliche Grundzulage von bis zu 540 Euro und die Möglichkeit, Beiträge als Sonderausgaben steuerlich geltend zu machen, ergibt sich insbesondere für Gutverdiener ein hoher Steuereffekt in der Ansparphase. Die Erträge bleiben zudem während der Sparphase steuerfrei (nachgelagerte Besteuerung). Erst bei der Auszahlung im Alter fallen Steuern an, dann jedoch meist bei einem deutlich niedrigeren persönlichen Steuersatz.
Was passiert mit meinem bestehenden Riester-Vertrag ab 2027?
Sie haben ab dem Jahr 2027 ein gesetzliches Wechselrecht. Sie können Ihr angespartes Riester-Guthaben direkt in das neue Altersvorsorgedepot übertragen, um von renditestärkeren ETFs zu profitieren. Dabei greift ein gesetzlicher Deckel für die Wechselgebühren des bisherigen Anbieters. Bestehende Riester-Garantien gehen beim Wechsel allerdings verloren, weshalb Sie den Schritt genau mit dem Förderrechner Altersvorsorgedepot kalkulieren oder eine Unabhängige Beratungsvermittlung nutzen sollten.
Kann ich im Alter das gesamte Guthaben auf einmal entnehmen?
Nein, eine vollständige Einmalauszahlung ist förderschädlich. Sie haben jedoch die Option, sich zu Beginn der Auszahlungsphase bis zu 30 Prozent des gesamten Depotwerts als Einmalbetrag auszahlen zu lassen. Der verbleibende Teil des Kapitals muss in Form eines Auszahlungsplans bis zum 85. Lebensjahr oder als lebenslange Rente ausgezahlt werden. Alle Auszahlungen unterliegen in der Rentenphase der nachgelagerten Besteuerung mit Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz.
Welche Kosten fallen bei einem Altersvorsorgedepot an?
Die gesetzlichen Vorgaben sehen vor, dass die Gesamtkosten für das Altersvorsorgedepot gedeckelt werden, um eine faire Rendite zu sichern. Geplant ist eine maximale Kostenquote von 1,0 Prozent pro Jahr. Bei Neobrokern und Direktbanken können die Gebühren für Depotführung und ETF-Käufe jedoch deutlich darunter liegen. Ein Kriteriengestützter Anbietervergleich hilft Ihnen, die kostengünstigsten Anbieter im Markt zu identifizieren und teure Vertriebsgebühren zu vermeiden.
Lohnt sich das Altersvorsorgedepot für Selbstständige?
Ja, das Altersvorsorgedepot ist für Selbstständige und Freiberufler ein echter Meilenstein. Im Gegensatz zur alten Riester-Rente sind sie ab 2027 direkt förderberechtigt. Sie können durch die staatliche Grundzulage von bis zu 540 Euro und die steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge eine hocheffiziente, staatlich geförderte Altersvorsorge auf ETF-Basis aufbauen, ohne zwingend in eine teure private Rentenversicherung einzahlen zu müssen.

Quellen

  1. [1]bundesfinanzministerium.de
  2. [2]bundestag.de
  3. [3]finanztip.de
  4. [4]test.de
  5. []Vorsorgedepot-Lotse – Altersvorsorgedepot 2027 verstehen, berechnen, entscheiden
  6. []Förderrechner Altersvorsorgedepot
  7. []Ratgeber zum Altersvorsorgedepot

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